Meerbusch: Quartiermeister am Kirchentag
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 09.06.2007Düsseldorf (RPO). 16 Männer und Frauen aus Evangelischen Gemeinden in Osterath, Büderich und Lank-Latum kümmern sich noch bis morgen um Frühstück und Übernachtung der Dauergäste in einer Kölner Schule.
Es ist kein normaler Unterricht, den 16 Meerbuscher in einer Schule in Köln noch bis morgen erhalten. Die Männer und Frauen engagieren sich beim 31. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln als Helfer und betreuen viele Dauergäste in einem zum Schlafquartier umfunktionierten Schulgebäude. Dabei lernen die elf Osterather, vier Büdericher und ein Lank-Latumer einiges über Versorgung und Organisation einerseits und über Regionen und Zwischenmenschliches andererseits. Maximal 219 Männer und Frauen finden in den ausgeräumten Klassenzimmern einen Platz zum Schlafen.
Praktische Hilfe
Filmgottesdienst
Die Kirchengemeinde Osterath präsentiert beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Köln heute von 15 bis 16 Uhr einen Filmgottesdienst in der Christuskirche am Dellbrücker Mauspfad 363 mit dem Titel: „Zeit des Erwachens – Filmausschnitte, Musik und texte, die im Gottesdienst zum Nachdenken herausfordern.“
„Die Idee, sich mit dieser ganz praktischen Hilfe zu beteiligen, stammt vom Männerkreis Osterath“, erzählt Bettina Furchheim, Pressereferentin des Kirchenkreises Krefeld-Viersen, zu dem auch Meerbusch gehört. Die insgesamt 22 Köpfe starke Gruppe unter der Leitung von Pfarrer Marc-Albrecht Harms trägt die Verantwortung für ein Schlafquartier. Zu den Aufgaben, die dort zu erledigen sind, zählen unter anderem eine Art Pförtnerdienst und die Vorbereitung des Frühstücks mit allem, was dazu gehört. Tisch decken, Kaffee und Tee kochen, Brötchen schmieren, Käse und Wurstaufschnitt bereitlegen, Gläser mit Marmelade und Schokoaufstrich hinstellen – die Teilnehmer sollen mit einem nahrhaften Frühstück in den Tag starten können.
Doch auch der Einkauf der Lebensmittel muss erledigt werden. Was die Menge anbetrifft, verlassen sich die Meerbuscher auf die Erfahrungen der Mitarbeiter des Kirchentagbüros. Bis 9 Uhr morgens müssen alle Gäste die Schule verlassen haben. Ab 18 Uhr können wieder neue Gäste aufgenommen werden. Um 1 Uhr nachts werden die Türen abgeschlossen, dann kehrt nach einem abwechslungsreichen Tag Ruhe ein. Es standen nämlich mehr als 3000 Veranstaltungen an 400 Orten auf dem Programm. Dabei bilden die Auseinandersetzung mit den Folgen der Globalisierung und der Dialog mit anderen Konfessionen und Glaubensrichtungen die Schwerpunkte. Unter dem Motto „lebendig und kräftig und schärfer“ rechnen die Veranstalter mit insgesamt einer Million Besucher, darunter etwa 100 000 Dauergäste.
ÖPNV-Ticket als Dankeschön
Die Meerbuscher bekamen als Dank für ihr ehrenamtliches Engagement einen Fahrausweis für den Öffentlichen Personennahverkehr zum ermäßigten Preis. Deutlicher zu Buche schlagen aber die Erfahrungen am Kirchentag generell und in der Gruppe, zu der auch evangelische Christen aus St. Hubert, Kempen, St. Tönis, Uerdingen und Bracht-Breyell gehören – und das, was die 22 Männer und Frauen des Teams an den fünf Tagen in der Kölner Schule gelernt haben.
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