Meerbusch: Raser gefährden Kinder
VON CHRISTOPH BAUMEISTER - zuletzt aktualisiert: 20.01.2010Düsseldorf (RPO). Auf vier verschiedenen Straßen beklagen sich Anwohner vor allem über die zu hohe Geschwindigkeiten der Autofahrer. Im Bau- und Umweltausschuss entscheiden die Fraktionen heute über ihre Bürgeranträge.
Büderich/Strümp Heute um 17 Uhr tagt der Bau- und Umweltausschuss am Dr.-Franz-Schütz-Platz in Büderich. Gut möglich, dass es heißer her geht als in gewöhnlichen Sitzungen, denn es stehen gleich vier Bürgeranträge auf der Tagesordnung, in denen sich Anwohner über die Verkehrslage auf ihrer Straße beklagen.
Ein Büdericher hat den Antrag gestellt, dass die Blumenstraße nicht länger verkehrsberuhigt sein soll. Seine Begründung: Er habe dort in den vergangenen 38 Jahren nur zweimal Kinder spielen sehen. Ein Argument, über dass die Anwohner nur mit dem Kopf schütteln können. "Wir haben nachgezählt, es leben insgesamt 38 Kinder auf der Blumenstraße", weiß Dieter Schmoll. Er könne deshalb nicht verstehen, wieso der Status der Spielstraße aufgehoben werden soll. "Die Leute fahren sowieso schon viel zu schnell. Wenn jetzt die Schrittgeschwindigkeit in diesem Bereich wegfällt, wird es für jedes Kind lebensgefährlich", meint der vierfache Familienvater. Unterstützung erhält er von Meerbuschs UWG-Chef Christian Staudinger-Napp, der selbst auf der Blumenstraße wohnt. "Der Antrag geht völlig am Willen der Bürger vorbei", meint er. Dafür seien auch keine teuren Gutachten notwendig, es reiche der gesunde Menschenverstand. Staudinger-Napp: "Wenn wir nicht die Anwälte der Kinder sind, wer denn dann?"
Zum Schutz der Kinder
Volker Engel kämpft gemeinsam mit weiteren 22 Anwohnern dafür, dass die Bestimmung eines Teils der Dürerstraße in Büderich als Spielstraße bis zum Anschluss an die Kanzlei verlängert wird und Autofahrer durch Bodenschwellen am Rasen gehindert werden. Bislang ist dort eine Tempo-30-Zone – und selbst die wurde erst auf Initiative der Anwohner eingerichtet. Das alles geht Engel nicht weit genug. "In diesem Abschnitt wohnen 20 Kinder, die auch hier intensiv spielen. Zu ihrem Schutz ist die Ausdehnung der verkehrsberuhigten Zone unabdingbar", fordert Engel.
Zahlreiche Anwohner am Strümper Berg in Strümp beklagen sich über die Pkw-Fahrer, die ihre Straße als Schleichweg nutzen, um aus den Rheingemeinden schneller zur Xantener Straße und somit zur Auffahrt auf die A 44 zu gelangen. "Die wenigsten halten sich dabei an die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern und brettern da durch", weiß Henning Ohlsson. Der Epson-Geschäftsführer zog vor rund einem halben Jahr nach Strümp und machte gleich diese unliebsamen Erfahrungen. Nach einer Beschwerde bei der Stadt stellte die im vergangenen Jahr ein Dialog-Display auf. "Die Messung hat ergeben, dass 1000 Autos pro Tag den Strümper Berg befahren – und das bei 30 Häusern. Mehr als die Hälfte davon ist schneller als 30 km/h", zeigt Ohlsson auf.
Straße mit Pfählen absperren
Seine Forderung und die der 120 Anwohner sowie des naheliegenden Kindergartens 71: Die Straße mit Pollern absperren, um dem Durchgangsverkehr gar nicht erst die Möglichkeit zur Abkürzung zu geben.
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