Meerbusch: Ratsherr Schoenauer tritt aus der SPD aus
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 28.11.2009Düsseldorf (RPO). Nach 36 Jahren in der SPD ist Ratsherr Hans-Werner Schoenauer aus der Fraktion ausgetreten. Ferner gibt er sein Parteibuch ab, um einem Ausschlussverfahren zuvor zu kommen. Persönliche und inhaltliche Gründe, so der Diplom-Ingenieur aus Bösinghoven, hätten den Ausschlag für seine wohlüberlegte Entscheidung gegeben. Mehr wolle er nicht sagen. "Ich will keine schmutzige Wäsche waschen."
Damit zieht Schoenauer einen vorläufigen Schlussstrich unter eine Entwicklung, die sich schon länger angebahnt hat. Zunächst sollte er auf einem aussichtslosen Listenplatz rangieren. Dagegen konnte der Pädagoge in einer Krefelder Schule noch ankämpfen. Ständige Nadelstiche und eine inhaltliche Ausrichtung, die er nicht mittragen wollte, hätten aber den Ausschlag gegeben. Insbesondere die grundsätzliche Position in den Koalitionsgesprächen sei ihm ein Dorn im Auge gewesen. Und auch in seinem Ortsverein in Lank-Latum habe zuletzt der Rückhalt immer öfter gefehlt. Sein Ratsmandat wolle er behalten und als fraktionsloses Mitglied weiter in der Kommunalpolitik tätig bleiben. Vor allem am Planungsgeschehen hängt sein Herz. Im entsprechenden Fachausschuss will er seinen Sitz behalten.
Nach der Ratssitzung am Donnerstag Abend habe er Bürgermeister Dieter Spindler und die SPD-Fraktionsvorsitzende Ilse Niederdellmann über seine Entschluss in Kenntnis gesetzt und seinen Abschied aus der SPD-Fraktion schriftlich mitgeteilt.
Für SPD-Parteichef Alexander Jankowsky kommt Schoenauers Abschied aus der Fraktion überraschend. Er sei darüber hinaus unnötig. Überhaupt nicht einverstanden sei er mit dessen Absicht, sein Mandat zu behalten. "Schoenauer ist nicht direkt gewählt worden, sondern über die SPD-Liste in den Stadtrat eingezogen", sagt er. Jankowsky finde es bedauerlich, dass sein "Gegenüber ihm und der Fraktion keine Chance zur Selbstkritik" gebe. Dazu müsste eine Erklärung für seinen Schritt her, meint der Genosse aus Osterath.
Fraktionschefin Ilse Niederdellmann aus Büderich erklärt, "wir müssen Schoenauers Entscheidung akzeptieren". Dass jemand die Fraktion verlasse, sei ein Vorgang, der nicht jeden Tag vorkommen, sagt sie. Jetzt sei die SPD noch mit acht Mitgliedern im Rat vertreten. "Damit müssen wir uns wohl abfinden."
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