Meerbusch: Sammeln fürs Projekt Kuki
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 20.02.2010Düsseldorf (RPO). Um bis August die Fertigstellung eines rund 200 000 Euro teuren Kunstrasen-Kleinfelds zu stemmen, geht der FC Büderich neue Wege. Mit einem Video ruft er im Internet zu Spenden auf. Ergebnis bislang: 30 000 Euro.
Der FC Büderich braucht mehr Trainingsmöglichkeiten – speziell für die Jung-Kicker bis zur E-Jugend. Immerhin spielen am Eisenbrand 13 Mannschaften mit Akteuren unter und bis zu zehn Jahren. Doch die beiden Rasenplätze und das Aschefeld sind nach Dauerregen oft nicht bespielbar.
Und das 2006 gebaute Kunstrasenfeld teilen sich Fußballer zwischen April und September mit den Hockeyspielern. 40 bis 50 Kinder stehen daher auf der Warteliste, sagt der zweite Vorsitzenden Thomas Feldges.
Also kam man im Verein auf die Idee, ein ganzjährig bespielbares Jugend-Kunstrasenfeld in der Größe 55 x 35 Meter zu bauen, das rund 200 000 Euro kosten würde. Nun hätten die Büdericher bei der Stadt vorstellig werden und um den Bau des Platzes durch die Kommune bitten können. Das hätte allerdings Jahre gedauert, da diverse Projekte Vorrang haben (etwa der neue Platz in Strümp). Daher setzte der Verein auf Eigeninitiative und startete das Projekt Kuki ("Kunstrasen für Kids").
80 000 Euro von der Stadt
Grundstock bilden 80 000 Euro von der Stadt, die urspünglich für die Sanierung einer Naturrsenplätze gedacht waren. Da der Versuch, Geld aus dem Konjunkturpaket 2 zu bekommen, scheiterte, soll der Rest nun durch Spenden und einen Kredit finanziert werden.
Beim Geldsammeln zeigt sich der Verein ausgesprochen innovativ. So stellte man ein 4,30 Minuten langes, professionell produziertes Video ins Internet, in dem Mitglied Hans Daamen das Projekt erläutert und um Paten und Sponsoren wirbt. Es wurde im Portal YouTube inzwischen 950 Mal abgerufen.
Der künftige Platz ist in 600 Parzellen aufgeteilt. Spender können Paten dieser Stücke werden. Sie verpflichten sich dabei zwei Jahre lang monatlich eine bestimmte Summe zu spenden, die sich an den Werten der Euroscheine orientiert: also zwischen fünf und 200 Euro. Die Aktion lief hervorragend an. Dem Vorstand liegen bereits gezahlte Beträge und Zusagen von zusammen 30 000 Euro vor. Wenn alle Parzellen Paten finden, könnten sogar 50 000 Euro in die Vereinskasse fließen.
Jeder eingenommene Euro mindert letztlich die Höhe des langfristigen Kredits, mit dem die Büdericher den Rest der Baukosten finanzieren. Nach heutigem Stand wären noch etwa 90 000 Euro nötig.
Der FCB legt nun ein rasantes Tempo vor. Am Sonntag wird das Projekt Sponsoren und Gästen im Vereinsheim vorgestellt. Der Sportausschuss hat bereits seine Zustimmung gegeben, dass der Club auf dem städtischen Sportplatz bauen darf (das Feld geht nach Fertigstellung in den Besitz der Stadt über). Am 1. März soll die FCB-Jahreshauptversammlung zustimmen. Das Leistungsverzeichnis ist bereits erstellt, 16 Firmen sind um ihre Angebote gebeten worden. Wenn alles nach Plan läuft, könnten zwischen Mai und Juni bereits die Bagger anrollen. "Wir planen, Ende August fertig zu sein", so Feldges, der noch auf weitere Spenden und Patenschaften hofft.
Das Feld soll übrigens kein reiner FCB-Kinderplatz sein. Auch die Senioren oder Hobby-Teams dürfen dort trainieren.
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