Meerbusch: Schulschließung: Pfarrei will Aufklärung
zuletzt aktualisiert: 07.02.2012Meerbusch (RP). Interview Professor Dr. Thomas Stelzer-Rothe, Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Hildegundis von Meer, zur Barbara-Gerretz-Schule
Die Barbara-Gerretz-Schule in Osterath könnte geschlossen werden. Pfarrer Norbert Viertel schrieb einen Brief an die Stadt Meerbusch und sprach sich darin für den Erhalt der einzigen konfessionsgebunden Schule in Osterath aus. RP-Mitarbeiter Alexander Ruth sprach mit Prof. Dr. Thomas Stelzer-Rothe, Vorsitzender des Pfarrgemeinderates (PGR), über das Anliegen und die nächsten Schritte der Pfarrei Hildegunds von Meer.
Hat die Stadt Meerbusch mittlerweile Kontakt zur katholischen Kirche in Osterath aufgenommen?
Stelzer-Rothe Den Kontakt zur Stadt haben wir aufgenommen. Von sich aus sind sie nicht auf uns zugekommen. Der Pfarrgemeinderat hat sich jetzt zur Aufgabe gemacht, die Sachlage zu klären und Sachinformationen zu erlangen. Wir stehen im Mail-Kontakt mit Bürgermeister Dieter Spindler und Schuldezernentin Angelika Mielke-Westerlage.
Um was geht es inhaltlich in Ihren Anschreiben an den Bürgermeister und die Erste Beigeordnete?
Stelzer-Rothe Wir plädieren dafür, das Christlich-Katholische zu erhalten. Die Gesellschaft spricht immer davon, Vielfalt zu bewahren. Die Schließung der Barbara-Gerretz-Schule wäre eine Vergabe von Chancen. Wir haben ein sehr starkes Interesse, diese konfessionsgebundene Einrichtung zu erhalten.
Haben Sie schon Kontakt zur rund 230 Mitglieder zählenden Facebook-Gruppe "Rettet die Barbara-Gerretz-Schule Osterath" aufgenommen?
Stelzer-Rothe Noch nicht. Wir haben sie aber schon gesehen. Auch haben wir wahrgenommen, dass dort einiges los ist. Wir wollen allerdings erstmal die Sachlage klären. Und die müssen wir im Pfarrgemeinderat ausführlich besprechen.
Was könnten Ihre nächsten Schritte sein?
Stelzer-Rothe Wir wollen mit der Schulpflegschaft enger zusammenarbeiten und die Vorgehensweise der Stadt Meerbusch sehr genau im Blick behalten. Dazu wollen wir auch Alternativen zu einer Schließung suchen. Dabei wünschen wir uns, mit in die Überlegungen eingebunden zu werden. Die Elternschaft, die Bürger und die Pfarrei bei solch einer wichtigen Entscheidung auszuschließen, passt mit einem modernen Demokratieverständnis nicht zusammen.
Sind Sie ein wenig enttäuscht, dass die geplante Schließung der einzigen konfessionsgebunden Schule im Ort unter Federführung der christlich-demokratischen Union passiert?
Stelzer-Rothe Natürlich. Es ist die Partei, die das C im Namen trägt. 'Enttäuscht' ist das richtige Wort. Beides passt nicht zusammen. Es ist nicht das, was wir unter kommunaler Zusammenarbeit verstehen. Die Art und Weise ist generell nicht dazu geeignet, um Vertrauen in die Politik zu gewinnen. Wir sind aber auch nicht weltfremd. Wir wollen das Christlich-Katholische mit dem Rationalen verbinden. Wir wollen den Erhalt nicht mit aller Gewalt und am Ende die kommunalen Finanzen unverhältnismäßig belasten. In einem gemeinschaftlichen und überlegten Prozess Alternativen suchen und finden ist das Ziel. Dafür stehen wir vom PGR sehr gerne zur Verfügung. (Frage des Tages)
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