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Meerbusch: Spitzenstandort für Erdwärme

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 07.10.2008

Düsseldorf (RPO). Untersuchungen des Geologischen Landesdienstes haben ergeben, dass einige Stellen in Meerbusch zu den besten Erdwärme-Standorten in ganz NRW gehören. Spitzenwerte werden für die Bommershöfe gemessen.

Die Nutzung von Erdwärme kann sich lohnen.  Foto: RPO
Die Nutzung von Erdwärme kann sich lohnen. Foto: RPO

Uralte Ablagerungen des Rheins machen Meerbusch zu einem hervorragenden Erdwärme-Standort. In Osterath werden sogar NRW-Spitzenwerte erreicht. Der Grund: Vor zwei Millionen Jahren lag Meerbusch buchstäblich im Rhein. Durch die heutigen Stadtteile zogen sich flache Mäander des breiten Urstroms. Neben Sand schleppte der Fluss auch reichlich groben Kies Richtung Nordsee. Davon zeugt heute noch eine 30 bis 40 Meter dicke Sand- und Geröll-Schicht. Die ist in Zeiten steigender Öl und Gaspreise Gold wert, zumindest für energiebewusste Hausbesitzer.

Denn der Kies sorgt im Zusammenspiel mit dem Grundwasser dafür, dass Erdwärme („geothermische Energie“) besonders gut geleitet wird und etwa 40 Meter unter Häusern, Straßen und Feldern das ganze Jahr über eine konstante Temperatur von 10 bis 14 Grad herrscht. Diese niemals versiegende Energie lässt sich zum Heizen und Kühlen nutzen.

Untersuchungen des Geologischen Landesdienstes haben ergeben, dass einige Stellen in Meerbusch sogar zu den besten Erdwärme-Standorten in ganz NRW gehören. Um das Geothermie-Potenzial vergleichbar zu machen, haben Wissenschaftler eine Skala entwickelt, die angibt, wie viel Kilowattsunden (KwH) man pro Jahr und Meter Sondenlänge erzielt. Die Skala reicht von 0 bis 200, wobei sich die Nutzung bereits ab Werten von 80 bis 100 lohnt (siehe Info). Strümp hat nach der Karte des Geologischen Dienstes einen bereits sehr guten Geothermie-Wert von 129, Büderich liegt bei 137, Lank-Latum bei 153. Weiter westlich werden die Werte sogar noch besser. Im südlichen Osterath zeigt die Karte 172, im Gebiet Bommershöfe sogar 192.

„Das ist ein Spitzenstandort“, sagt Diplom-Geologe Bernd Bremerich-Ranft vom Kompetenzzentrum Geothermie, das im Sommer auf dem Willicher Stahlwerk-Becker-Gelände aus der Taufe gehoben worden ist. Die Werte können vor Ort je nach Dicke der Sedimentschicht stark schwanken.

Erdwärme rechnet sich

Meerbuschs Nachbarstadt hat mit der Gründung des Kompetenzzentrums auf die hervorragenden Erdwärme-Eigenschaften im Stadtgebiet reagiert und dazu Bremerich-Ranft und seine Kollegen von der Aachener Ingenieurgesellschaft Geobit ins Boot geholt. Sie beraten jetzt mittwochs zwischen 16 und 19 Uhr Bauherren und interessierte Bürger – auch Meerbuscher sind willkommen.

Die Kosten einer Erdwärme-Heizung sind zwar mit 25 bis 30 000 Euro teurer als eine vergleichbare konventionelle Heizung, aber durch die erheblichen Einsparungen rentiert sie sich nach Rechnung der Experten nach 6,5 bis zehn Jahren. In der Regel sorgt eine Geothermieanlage über eine Fußbodenheizung für Wärme (oder Kühle), inzwischen gibt es aber auch Niedertemperaturheizkörper zum Anbringen an der Wand.

„Dadurch ist es auch möglich Häuser umzurüsten, die keine Fußbodenheizung haben“, erläutert der Diplom-Geologe. Völlig ohne laufende Kosten kommt allerdings auch die Öko-Heizung nicht aus: Die Wärmepumpe, die das erwärmte Wasser durch die Sondenrohre pumpt, kostet Strom. Unter dem Strich bleibt bei den Heizkosten nach Meinung der Experten eine Ersparnis von 75 Prozent.

Info Kompetenzzentrum Geothermie im Gründerzentrum, Gießerallee 19, Willich. Anmeldung unter 02151-366218 www.geothermie-willich.de

Quelle: RP

 
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