Meerbusch: Stadt setzt auf Öko-Strom
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 12.02.2009Düsseldorf (RPO). Die Stadt geht mit gutem Beispiel voran. Sie bezieht ihren Strom für Kindertagesstätten und Schulen zunächst für zwei Jahre aus einem Laufwasserkraftwerk. Das kostet zusätzlich 7000 Euro im Jahr.
Seit Jahresbeginn werden die städtischen Kindertagesstätten und Schulen in Meerbusch mit Natur-Strom versorgt. 7000 Euro lässt die Stadt sich das pro Jahr kosten. Wenn dieses zunächst auf zwei Jahre befristete Projekt auf Akzeptanz stößt, könnten bald alle städtischen Gebäude ihren Strom aus natürlichen Quellen beziehen. "Damit wollen wir auch ein Signal an die Bürger senden, damit auch sie sich fragen, was sie für eine bessere Umwelt tun können", sagte Bürgermeister Dieter Spindler gestern.
Schritt für Schritt soll das im April 2007 vom Rat beschlossene Klimakonzept umgesetzt werden. An dessen Ende soll eine Senkung des CO2-Ausstoßes von 40 Prozent stehen (bis 2020). Das lasse sich am unmittelbarsten über den Strombezug tun, so der Bürgermeister. Die Zustimmung dazu hat er im November vergangenen Jahres vom Rat bekommen.
Allein an Kindertagesstätten und Schulen ließe sich bis zum Ende nächsten Jahres eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 31 Prozent erreichen, hat Claus Klein, Leiter des Service Immobilien ausgerechnet. Das entspricht etwa 811 Tonnen im Jahr oder dem Ausstoß von etwa 330 Pkw oder den Emissionen von 170 Haushalten, machte er die Einsparungen deutlich.
Zertifizierter Öko-Strom
Dass der Ökostrom tatsächlich aus der Natur kommt, hat Meerbusch seit gestern schriftlich. Waldemar Nithammer vom RWE überreichte Spindler ein Zertifikat, das belegt, dass der eingekaufte Strom im Wasserkraftwerk in Trier produziert wird. Dadurch werde auch gewährleistet, dass dieser Strom nicht doppelt verkauft wird. "Das ist eine seriöse Sache", sagte Nithammer, der insgesamt eine starke Nachfrage nach Naturstrom beobachtet.
Nithammer gab auch Tipps, wie Bürger zuhause dazu beitragen können, den Stromverbrauch und damit den CO2-Ausstoß zu verringern: die größten Stromfresser seien Kühl- und Wasch- bzw. Trockengeräte. Allerdings könne man auch im Kleinen sparen, wenn man etwa alle Stand-By-Geräte ausschalten. Allein Letzteres könne bis zu 1000 Kilowattstunden sparen. "Das macht etwa 200 Euro im Jahr", rechnete er vor.
Meerbusch ist im Rhein-Kreis Neuss die einzige Kommune, die Strom in diesem Umfang aus natürlichen Quellen bezieht. bisher hat Meerbusch seinen Strom von der börse bezogen, erläutert Klein. "Dort gibt es noch laufende Verträge", so der Fachmann. Sollte es seitens der Politik eine Mehrheit für eine komplette Umstellung auf natürlichen Strom geben, würde er das begrüßen. Insgesamt gibt die Stadt Meerbusch 1,9 Millionen Euro für Energie (2008) aus.
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