Meerbusch: "Stadt soll Stiftung beitreten"
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 21.01.2010Düsseldorf (RPO). Franc J. Dorfer, Inhaber einer Beteiligungsgesellschaft, will Haus Meer mit Hilfe eines Fonds retten. Eine gemeinnützige Stiftung hat er bereits gegründet. Jetzt soll die Stadt zustiften.
Während der Förderverein Haus Meer dafür plädiert, dass die Stadt Haus Meer und den Park kaufen soll, würde es Franc J. Dorfer schon genügen, wenn die Stadt sich mit zehn Prozent an der vor gut einem Jahr gegründeten Stiftung Haus Meer beteiligte. Heute will er dem Technischen Beigeordneten Dr. Just Gérard die Unterlagen bringen.
Die städtische Beteiligung an dieser Stiftung, die die Rechtsform einer gemeinnützigen GmbH hat, würde den Weg zu Fördermitteln frei machen und darüber hinaus auch das öffentliche Interesse dokumentieren. Denn um eine Sanierung und Wiederherstellung von Gebäuden und Park zu finanzieren, benötigt die Stiftung, die inzwischen 31 Stifter hat, viel Geld.
Franc J. Dorfer, der viele Jahre als Investmentbanker gearbeitet hat, und heute Inhaber einer privaten Beteiligungsgesellschaft ist, hat dazu ein komplexes Konstrukt entworfen. Er will eine Fonds für das Denkmal Haus Meer auflegen – nach dem Modell eines geschlossenen Immobilienfonds. Allerdings sollen nicht nur die Anleger profitieren, sondern ein Teil der Gewinne soll in die Wiederherstellung von Haus Meer fließen. Am Ende der üblichen Laufzeit von 15 Jahren soll dann nicht der Verkauf der Immobilie stehen. Das Vertragskonstrukt soll noch weitere zehn Jahre dazu beitragen, dass die laufenden Kosten gedeckt werden können. Darüber hinaus sollen die Anleger nach 25 Jahren ihr Geld wieder zurückbekommen. Denn in den Vorstellungen von Dorfer wäre Haus Meer nebst Park in dieser Zeit soweit saniert und etabliert, dass sich die Anlage dann selbstständig tragen könnte.
"Ich persönlich möchte davon nicht profitieren", sagt Dorfer, der seit sieben Jahre in der örtlichen FDP engagiert ist, "aber nicht in der ersten Reihe." In der Politik habe er Haus Meer als zentrales Thema erfahren. "Es gab viel Streit, und in der Vergangenheit sind offenbar auch viele Fehler gemacht worden", so sein Fazit. Deshalb habe er überlegt, welche Modelle diese historische Anlage retten könnten und hat sich für die gemeinnützige Stiftung entschieden, die den Immobilienfonds initiieren könnte.
Ziel der Stiftung, so ist es in der Satzung festgelegt, sei es, die Remise, Haupt-, Süd- und Westflügel des ehemaligen Klostergebäudes wieder erstehen zu lassen oder zu sanieren. "Bei der Parksanierung halten wir uns an die Pläne von Joseph Clemens Weyhe", so Dorfer. Das alte Mühlengebäude könne man als Technikraum nutzen. Auch für die notwendigen Zufahrten für Mieter der exquisiten Immobilie gibt es schon Überlegungen. Genutzt werden sollen die neuen Räume als Büros oder Tagungsräume. "Auch die Stadt könnte dort ihr Archiv oder ihr Standesamt unterbringen", regt Dorfer an. Er würde gern auch Dr. Herbert Jacobs, Vorsitzender des Förderkreises Haus Meer, mit ins Boot holen. Der Jurist mit Finanzerfahrung hat bislang abgewunken.
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