Meerbusch: Stadtverwaltung: Warnstreik ohne Wirkung
VON NORBERT STIRKEN UND JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 05.02.2010Düsseldorf (RPO). Verdi machte gestern seine Warnstreik-Drohung auch in Meerbusch wahr: Die K-Bahnen (U70, U74 und U76) stellten um 3 Uhr am morgen den Dienst ein. Auch bei den Buslinien gab es massive Probleme.
Die Gewerkschaften Komba und Verdi hätten auch die Bediensteten der Stadtverwaltung Meerbusch zum Warnstreik aufgerufen, berichtete Personalratsvorsitzender Ulrich Mombartz. Von Arbeitsniederlegung in Meerbusch sei ihm aber nichts bekannt. Einige Kollegen seien zu den zentralen Kundgebungen nach Mönchengladbach und Dortmund gefahren. "Das ist ja noch kein richtiger Streik", sagt Mombartz. "Massen wie bei dem Arbeitskampf der Erzieherinnen in Kindertagesstätten, so der Arbeitnehmervertreter, seien noch nicht unterwegs. Genaue Zahlen lägen ihm nicht vor.
Der Betrieb an den Meerbuscher Schulen wurde vom Streik nur minimal beeinträchtigt. "Wir hatten die Schüler informiert, dass sie sich andere Fahrmöglichkeiten organisieren sollten", sagt Gesamtschul-Leiter Klaus Heesen. Das habe gut geklappt. "Nur zwei bis drei Schüler kamen zu spät", berichtret Mataré-Schulleiter Jörg Winterwerb. Auch beim Meerbusch-Gymnasium wurden nur wenige streikbedingte Zu-Spät-Kommer gezählt.
Schwerpunkt ÖPNV
Zum Hintergrund: Nachdem die Arbeitgeber von Bund und Kommunen auch in der zweiten Tarifrunde am Montag dieser Woche kein Angebot vorgelegt hatten, hatte der Verdi-Bezirk Linker Niederrhein seine Mitglieder für gestern zu einem Warnstreik aufgerufen. Die Schwerpunkte der Warnstreiks liegen zunächst im Nahverkehrsbereich und in kommunalen Betrieben und Verwaltungen. Die Bürger mussten mit starken Behinderungen insbesondere in Mönchengladbach, Düsseldorf und Krefeld rechnen.
"Der Warnstreik ist unserer Antwort auf die Nicht-Angebotspolitik der Arbeitgeber. Die Arbeitgeber müssen sich endlich bewegen. Fakt ist, unabhängig von der Höhe eines Tarifabschlusses, dass die Bürgerinnen und Bürger schon jetzt bei den Leistungen der Kommunen mit Einschränkungen rechnen, verzichten oder mehr bezahlen müssen. Die Beschäftigten im öffentlichen Dienst dürfen nicht durch Verzicht auf ein angemessenes Einkommen für die falsche Steuer-und Verteilungspolitik des Bundes und der Länder zur Kasse gebeten werden", betont Stephanie Peifer, stellvertretende Geschäftsführerin vom Verdi-Bezirk Linker Niederrhein.
Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der Entgelte mit einer sozialen Komponente und eine Regelung zur Altersteilzeit. Weiterhin sollen die Auszubildenden übernommen werden und die Ausbildungsvergütungen um 100 Euro angehoben werden. Das Gesamtvolumen der Forderungen beträgt fünf Prozent.
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