Meerbusch: Stillstand beim Bad
VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 19.06.2009Düsseldorf (RPO). Beim Büdericher Hallenbad sind erneut Sanierungen für zwei Millionen Euro fällig. Doch weil nicht klar ist, ob die Wund-Gruppe in Meerbusch eine Luxus-Therme bauen wird, verzögert sich die Entscheidung über die Arbeiten.
Angenehme 31 Grad ist die Luft im Hallenbad warm – und feucht wie in Südostasien. So müssen Badegäste nicht bibbern, und über den Becken bilden sich auch keine gespenstischen Nebelbänke. Für Leitungen und elektrische Anlagen ist dieses Klima jedoch Gift. Korrosion macht sich breit und zwingt – gemeinsam mit den hohen Auflagen – zu ständigem Wartungsaufwand.
Mittelfristig stehen im Bad nun wieder Sanierungsarbeiten für rund zwei Millionen Euro an, erläuterte Sport-Fachbereichsleiter Detlev Krügel im Schul- und Sportausschuss. Erneuerungsbedarf bestehe bei Heizungstechnik und Wasseraufbereitung sowie am Dach. Auch Dusch-, WC- und Umkleidebereiche müssten erneuert werden.
Warten auf Wund
Problem: Die kapitalkräftige Wund-Gruppe (Friedrichshafen) hat Interesse bekundet, in Meerbusch eine 33 000 Quadratmeter große Luxus-Therme zu bauen. Gäbe es ein nagelneues, privates Riesen-Bad, könnte die Stadt das defizitäre, praktisch nicht isolierte Hallenbad von 1966 dicht machen und sich weitere teure Erhaltungs-Investitionen sparen. "Nach einem Gespräch Anfang 2008 hatte ich den Eindruck, als ob Wund am liebsten sofort anfangen wollte", verriet Dezernentin Angelika Mielke-Westerlage. Zurzeit führe der Regionalrat die Gespräche. Die Wund-Gruppe hat auch die Osterather Therapieklinik errichtet und kennt die Örtlichkeiten.
Aber der Bäder-Bauer vom Bodensee lässt auf sich warten. Das Meerbuscher Projekt "kocht bei uns auf kleiner Flamme", teilte ein Wund-Planer auf RP-Anfrage hin mit und verwies auf diverse gleichzeitig laufende Thermen-Projekte. In den nächsten Monaten soll beispielsweise der erste Spatenstich für eine Wund-Badelandschaft in Euskirchen erfolgen. Auch Bäder im Schwarzwald und in Kärnten sind anvisiert.
Dass mittelfristig fällige Sanierungsarbeiten jahrelang hinausgeschoben werden sollen, weil ein Investor nicht weiterkommt, sorgte in der Politik für Stirnrunzeln. "Wir können nicht ewig warten. Da muss man eine Grenze setzen", forderte SPD-Fraktionschefin Ilse Niederdellmann. Die Rats-Parteien stehen trotz hoher Kosten weiter hinter dem Erhalt des Bades.
Stadt muss sich positionieren
"Wir werden auch nicht bis zum St. Nimmerleinstag warten", versicherte die Dezernentin. In ein bis zwei Jahren müsse sich die Stadt positionieren – ob mit oder ohne Wund-Entscheidung.
Für die FDP bemängelte Ratsfrau Gabriele Schmidt, dass die Erhaltungsarbeiten keine spürbare Verbesserung bringen: "Wir flicken immer nur". Frage des Tages
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