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Meerbusch: Stürmer mit Torgarantie

VON CHRISTOPH BAUMEISTER - zuletzt aktualisiert: 16.03.2010

Düsseldorf (RPO). Der ehemalige Torjäger Peter Meyer lebt seit 24 Jahren in Büderich. Günter Netzer besuchte ihn 1967 in einer Werkstatt und überzeugte ihn vom Wechsel zu den Fohlen. Eine schwere Verletzung beendete Meyers Karriere.

Er schoss Fortuna in die Bundesliga: Der Düsseldorfer Peter Meyer (70) lebt seit 24 Jahren in Meerbusch und will dort auch nicht mehr weg.  Foto: RPO
Er schoss Fortuna in die Bundesliga: Der Düsseldorfer Peter Meyer (70) lebt seit 24 Jahren in Meerbusch und will dort auch nicht mehr weg. Foto: RPO

büderich Für Fortuna Düsseldorf schoss Peter Meyer in 174 Spielen 119 Treffer und führt damit bis heute die ewige Torschützenliste des Klubs an. Auch an seine Trefferquote bei Borussia Mönchengladbach kam kein Stürmer mehr heran. Ende der 60er-Jahre traf er in 19 Bundesliga-Spielen 19 Mal für die Fohlen, ehe eine schwere Verletzung seine Karriere beendete.

Inzwischen lebt der ehemalige Torjäger in Büderich. Vor 24 Jahren zog er mit seiner zweiten Ehefrau Doris dorthin. "Als echter Düsseldorfer Jong war das für mich eigentlich unvorstellbar, doch jetzt würde ich gar nicht mehr zurückwollen. Die ruhige Lage und das viele Grün – ich will nicht mehr weg aus Meerbusch", sagt Meyer.

Info

Einen Titel geholt

Durch seinen einzigen Einsatz in der Saison 1969/70 in seinem letzten Spiel für Borussia am 23. August 1969 (2:1 gegen Bayern München) war Peter Meyer zumindest an einem Titel beteiligt, denn in dieser Saison wurden die Fohlen zum ersten Mal deutscher Meister.

Im Jahre 1962 hatte Meyer mit Fortuna das DFB-Pokalfinale erreicht, das sie mit 1:2 nach Verlängerung gegen Nürnberg verlor.

Über die Stationen Wersten 04 und TuRu Düsseldorf kam der Mittelstürmer 1960 zur Fortuna und schoss Tore am Fließband. Das Geheimnis seines Erfolgs: die Beidfüßigkeit. "Ich konnte rechts wie links und war dadurch für die Abwehrspieler nur schwer auszurechnen", erzählt der 70-Jährige. Als Jugendlicher habe er immer seinen schwächeren linken Fuß trainiert. "Ich habe mit einem Tennisball gegen die Wand geschossen, bis der Zeh blutig war", erinnert er sich.

Mit vier Treffern in den sechs Partien der Aufstiegsrunde brachte Meyer die Fortuna 1966 fast im Alleingang in die Bundesliga. Was heute undenkbar wäre: Neben dem Fußball arbeitete er Vollzeit. Drei Jahre zuvor hatte er in Düsseldorf die Firma Peter Meyer Kupplungsbau gegründet. "Ich hatte Kunden in Bayern. Da bin ich nachts um ein Uhr los. Morgens um 8 Uhr war ich da, habe das Geschäftliche erledigt, bin zurückgefahren und um 15.30 Uhr stand ich auf dem Trainingsplatz", berichtet Meyer, der in seiner ersten Bundesliga-Saison "nur" acht Treffer markierte und deshalb nach dem direkten Wiederabstieg aussortiert wurde.

Meyer: "Als Grund für meine schlechten Leistungen wurde mir immer die Doppel-Belastung angekreidet."

Doch der Angreifer hatte bereits einen neuen Kontrakt in Aussicht, wollte beim Meidericher SV unterschreiben. Doch just an diesem Tag schaute Günter Netzer in seiner Werkstatt vorbei und überzeugte ihn von einem Wechsel nach Gladbach. "Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag erhalten, der mit 45 000 D-Mark vergütet wurde. Das war damals viel Geld", sagt Meyer, der in seinem neuen Klub sofort einschlug.

Bei seinem Debüt für die Fohlen gelang ihm beim 4:3-Sieg bei Schalke 04 ein "Dreierpack". Weitere 16 Treffer folgten, Meyer war die Torjägerkanone bereits nach der Hinrunde kaum noch zu nehmen. Doch im Januar 1968 passierte ein Unglück: Meyer zog sich bei einem Trainingsspiel in der Sportschule Wedau einen Schien- und Wadenbeinbruch zu, von dem er sich nie mehr richtig erholte.

Erst 19 Monate später kehrte er beim 2:1-Erfolg gegen Bayern München auf den Platz zurück, musste aber wegen zu großer Schmerzen ausgewechselt werden.

Der frühere Borussia-Boss Helmut Grashoff bot ihm daraufhin nur noch einen einsatzbezogenen Vertrag an. "Ich war aber zu stur, diesen anzunehmen und habe behauptet, dass ich wegen meiner Verletzung meine Laufbahn beenden muss", verrät Meyer. Seitdem widmet sich der Vater dreier erwachsener Kinder seiner Werkstatt. Erst im vergangenen Jahr übergab er Tochter Beate (43) das Unternehmen. Trotzdem ist Vater Peter fast noch täglich dort, um ihr unter die Arme zu greifen. "So ganz ohne Arbeit wäre es mir einfach zu langweilig", gibt er zu.

Quelle: RP

 
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