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Meerbusch: Telefon-Odyssee

VON CHRISTOPH BAUMEISTER - zuletzt aktualisiert: 27.03.2007

Düsseldorf (RPO). Maria Lo Tufo eröffnete mit ihrem Mann Pasquale in Osterath ein Atelier im alten Güterbahnhof: Bis sie die Segnungen der Telekommunikation erfuhr, verging eine Zeit voll Ärger und Mühe.

Info

Atelier Lo Tufo

Das Atelier von Pasquale und Maria Lo Tufo befindet sich in Osterath im alten Güterbahnhof an der Ladestraße 3. Pasquale Lo Tufo ist Holzbildhauer und Möbeldesigner. In seinem Atelier sind unter anderem Grafiken und märchenhafte Charakterköpfe zu sehen.

Ärger mit seinem Telefonanbieter kennt fast jeder. Doch was Maria Lo Tufo in den vergangenen drei Monaten widerfuhr, ist wahrlich ein starkes Stück. Die Osteratherin wollte im Dezember des vergangenen Jahres von der Telekom zu Arcor wechseln. Die Odyssee der Leiden begann. „Wir wurden von dem Zeitpunkt an von der Telekom schikaniert. Unsere Anrufe wurden auf eine T-Net-Box umgeleitet, so dass wir nicht mehr erreichbar waren“, sagt Lo Tufo. Dies geschah ausgerechnet in der Phase, in der sie gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Atelier eröffnete.

„Wir waren mitten in der Planung unserer Ausstellung und konnten wichtige Anrufe nicht entgegennehmen. Als wir die Telekom damit konfrontierten, sagte ein Mitarbeiter, dass dies so beabsichtigt sei. Das ist unglaublich“, empört sich Lo Tufo. Sie fühlte sich in ihrem Anbieterwechsel absolut bestätigt.

Nun fing der Ärger aber erst richtig an. Arcor benannte den 3. Januar als Einschalttermin. Doch da die Telekom ihrem Konkurrenten eine falsche Adresse mitteilte, verzögerte sich die Prozedur. Lo Tufo wollte sich bei Arcor beschweren, doch die Hotline zum Preis von 24 Cent pro Minute schreckte sie ab. „Wieso muss ich als Kunde Geld dafür bezahlen? Zudem läuft minutenlang ein Tonband mit Musik. Das sehe ich nicht ein.“ Aus diesem Grund schrieb die gebürtige Rumänin mehrere Briefe an Arcor. Auf eine Antwort wartete sie vergeblich.

Stattdessen buchte die Telefongesellschaft rund vier Wochen später 49,90 Euro von ihrem Konto ab. Lo Tufo verstand die Welt nicht mehr. Der Anschluss war immer noch nicht bereitgestellt, aber sie sollte schon die erste Summe begleichen. „Der größte Witz ist, dass wir ein All-Inclusive-Paket mit 50 Euro Startguthaben abgeschlossen haben. Also hätten wir im ersten Monat nichts zahlen müssen“, wundert sich die 57-Jährige, der daraufhin der Kragen platzte. Sie buchte das Geld zurück auf ihr Konto, kündigte den Arcor-Vertrag und schickte die Geräte zurück. Wenig später erhielte sie wegen der Rückbuchung eine Mahnung. „Es ist schon seltsam. Wenn es um ihr Geld geht, werden sie plötzlich aktiv“, zeigt Lo Tufo auf. Auf die Kündigung reagierte Arcor hingegen mit einer undurchsichtigen Aussage („Wir können ihren Kündigungsvorgang erst nach Eintreffen der Beauftragung durch ihren neuen Netzbetreiber weiter bearbeiten“). Im gleichen Schreiben erklärte der Anbieter aber auch, dass die neue Leitung am 22. Februar frei geschaltet werde. Selbstverständlich buchte das Unternehmen auch für den gesamten Februar 49,90 Euro ab. Lo Tufo ist nun endlich dauerhaft telefonisch erreichbar.

Glücklich ist sie mit der Situation dennoch nicht. „Ich möchte keine Arcor-Kundin mehr sein. Dies Skrupellosigkeit und das Ignorieren unserer unzähligen Bitten stören mich gewaltig. Es ist die Aufgabe der Justiz und der Politiker, die Bürger von diesen mächtigen Konzernen zu schützen, damit deren Praktiken nicht ausarten“, so Lo Tufo.

Quelle: RP

 
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