Meerbusch: Umfrage: Kinderbetreuung am Wochenende
VON NORBERT STIRKEN - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010Düsseldorf (RPO). Einer Grundsatzdiskussion über Kinderbetreuung kam das Für und Wider im Jugendhilfeaussschuss gleich. Die Grünen hatten beantragt, die Verwaltung solle ermitteln, wie der Bedarf für ein Betreuungsangebot in den so genannten Tagesrandstunden sei. Marco Becker argumentierte, dass immer mehr Eltern und vor allem Alleinerziehende ihrer Berufstätigkeit schon früh morgens oder bis spät abends nachgingen. Wer im Einzelhandel bis 22 Uhr im Supermarkt arbeite, habe ein Problem.
Vor allem die FDP argumentierte, dass sich die Stadt eine Ausweitung der Betreuung finanziell nicht leisten könne. Mit der 45-Stunden-Versorgung sei eine Obergrenze erreicht. Mit diesem Maximalzeitraum sei auch ein pädagogisches Konzept verbunden. Bei allem darüber hinaus ließen sich Kinder allenfalls noch verwahren, meinten Gesine Wellhausen und Sigrid Brennecke übereinstimmend.
Zustimmung fand die Kritik bei CDU-Ratsfrau Gabriele Pricken im Zuschauerraum. Erwachsene gingen heute für 38 Stunden die Woche arbeiten, und Kinder sollen für 45 Stunden und mehr in einer Betreuungseinrichtung verbringen. "Das ist nicht meine Vorstellung von Elternschaft", sagte sie.
Wellhausen sah keinen Sinn darin, einen Bedarf für etwas festzustellen, wenn nicht daran gedacht sei, das Angebot danach auch tatsächlich anzupassen. "Damit werden doch nur Begehrlichkeiten geweckt, und es ist absehbar, dass die Eltern entsprechend enttäuscht reagieren", sagt sie.
Pricken zeigte sich verwundert, dass die Grünen bei Anträgen auf "verkaufsoffene Sonntage" mit dem Hinweis ablehnend reagieren, dass sei den Beschäftigten nicht zuzumuten. Für Erzieherinnen sollten aber offenbar zukünftig auch die unsozialen Beschäftigungszeiten aus dem Einzelhandel gelten.
Becker und Jürgen Eimer (SPD) verwiesen auf Betreuungseinrichtungen in Düsseldorf, in denen Jungen und Mädchen auch in den Tagesrandzeiten betreut werden können – und zwar durchaus mit pädagogisch richtigem Konzept. Außerdem, so Becker, sei nicht daran gedacht, dass die Eltern ihre Kinder für 50 Stunden und mehr in die Betreuung geben sollen. Sie würden halt früher gebracht und früher abgeholt, oder später gebracht und später abgeholt.
Die Abstimmung über den Tagesordnungspunkt fand dann gleich mehrfach statt, weil die Kommunalpolitiker nicht aufmerksam bei der Sache waren. Mit den Stimmen von CDU und Grünen wurde die Verwaltung beauftragt, in den städtischen Einrichtungen die Eltern zu befragen, ob sie für ihre Kinder einen Betreuungsbedarf in den Tagesrandzeiten und am Samstag haben wollen.
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