Meerbusch: Verwaltung serviert Müller ab
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 15.12.2009Düsseldorf (RPO). Obwohl Matthias Müller vom Hauptausschuss zum Leiter der Musikschule gewählt worden ist, hat die Verwaltung ihm Montag eine Absage geschickt. Man könne sein Interesse nicht erkennen, so die Begründung.
Matthias Müller wird wohl doch nicht neuer Leiter der Musikschule in Meerbusch. Er hat gestern Mittag eine Mail von Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage erhalten, worin diese ihm mitteilt, dass sie keine Zustimmung zu seiner Wahl als Musikschulleiter erkennen könne. Deshalb könne die Stadt Meerbusch ihn als künftigen Leiter der Musikschule nicht berücksichtigen.
Wie berichtet hatte der Hauptausschuss in nicht-öffentlicher Sitzung für den Braunschweiger votiert. Auch wenn die Abstimmung denkbar knapp war, sie war mit 8:7 Stimmen bei zwei Enthaltungen eindeutig. "Frau Mielke-Westerlage hat mir am Freitag eine Entscheidungsfrist bis heute eingeräumt", sagte Müller gegenüber unserer Zeitung.
Er zeigte sich gestern sehr verwundert über das Vorgehen der Meerbuscher Verwaltung. "Ich habe mir Bedenkzeit ausgebeten, damit ich zum Beispiel den Arbeitsvertrag vor der Unterschrift noch einmal in Ruhe lesen kann", so Müller. Er habe die entsprechende Mail ans Fachamt gerichtet, aber bis gestern keine Antwort bekommen. "Ich frage mich, welche Vorstellungen eine Verwaltung hat, die Informationen zurückhält."
"Das ist nicht gut gelaufen", kommentierte SPD-Fraktions-Chefin Ilse Niederdellmann die Suche nach einem neuen Musikschulleiter. "Es hat doch Vorgespräche gegeben", sagt sie. Darüber hinaus habe Müller bei seiner Vorstellung seine Bereitschaft deutlich erklärt. "Er wollte umziehen, hat er uns mitgeteilt", erinnert sich Niederdellmann an die Sitzung. Sie will die vielen offenen Fragen um dieses Bewerbungsverfahren geklärt wissen. "Die Frage ist doch auch, ob die Stelle noch einmal ausgeschrieben werden muss", sagt Niederdellmann, die am Freitagabend durch einen Anruf von Kulturdezernentin Angelika Mielke-Westerlage darüber informiert worden ist, dass Müller doch nicht Musikschulleiter wird.
"Die Informationen, die Müller haben wollte, haben zu deutlich eine mangelnde Vorbereitung gezeigt", so das Hauptargument von Mielke-Westerlage. Bürgermeister Dieter Spindler steht hinter der Entscheidung seiner Ersten Beigeordneten. Müller habe die Wahl zum Musikschulleiter in seinen Augen nicht angenommen. Er habe Informationen gewünscht, "die man erst bekommt, wenn man schon im Job ist", kommentierte Spindler die Anfragen von Müller. Er geht davon aus, dass nun Anne Burbulla die Stelle antreten wird. In einem Telefongespräch mit Mielke-Westerlage habe Burbulla, die die Jugendmusikschule in Ochsenhausen leitet, Einverständnis signalisiert. Der Vertrag ist übrigens schon unterwegs. Für CDU und Grüne ist die Entscheidung in Ordnung. "Wer noch nicht einmal vor der Sitzungstür wartet, um das Ergebnis zu erfahren, zeigt kein Interesse", sagt CDU-Fraktions-Chef Werner Damblon, der übrigens auch für Müller votiert hatte. In den Augen von Jürgen Peters (Grüne) hat sich Müller unklug verhalten. Die Art der Kommunikation wäre vermutlich auch weiterhin problematisch verlaufen. Für Christian Staudinger-Napp, Chef der UWG, hat die Geschichte einen "faden Beigeschmack".
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum