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Meerbusch: Von Ossum nach Beirut

zuletzt aktualisiert: 20.08.2009

Düsseldorf (RPO). Kurz vor dem Abflug fühlte sich Marie Heereman "wie ein Pferd, das mit den Hufen scharrt." Allerdings dürfte sich jetzt, unmittelbar nach der Ankunft in Beirut, ihr Gemütszustand noch nicht entspannt haben. Denn bisher weiß die 20-Jährige lediglich aus Schilderungen, was sie in den sechs Monaten im Libanon erwartet. Aber Marie ist mit ihrer Erwartungshaltung nicht allein. Denn bei den dreiwöchigen Vorbereitungen auf das Malteser-Projekt "Karawane" in Bad Wimpfen lernte sie die 22-jährige Marianne aus Singapur kennen, nahm sie mit nach Ossum ins Haus Gripswald und startete jetzt mit ihr nach Beirut.

Während Marianne für das Projekt eine Job-Pause einlegt, hängt Marie die Zeit im Libanon an ihre Schulzeit dran. Im Frühjahr hat sie im Meerbusch-Gymnasium Abitur gemacht und möchte nächstes Jahr auf Lehramt – katholische Religion und Französisch oder Latein – studieren. "In München", sagt sie und lässt keinen Zweifel an der Ortswahl aufkommen: "Erstens hat die Katholische Fakultät dort den besten Ruf, zweitens wohnt meine Großmutter in München und drittens ist Schloss Guttenberg, der Geburtsort meiner Mutter, auch nicht weit weg.

" Außerdem kann Marie Heereman in Bayerns Metropole ihren sportlichen Vorlieben wie Reiten, Schwimmen oder Rudern nachgehen. Im Libanon ist sie auch in dieser Hinsicht auf Kontraste vorbereitet: "Im Winter kann man oben Ski laufen und unten schwimmen gehen." Die geographische Lage hat das Kofferpacken erschwert: "Der Sommer ist heiß und der Winter – gefühlt durch die Feuchtigkeit – sehr kalt." Vor allem im Camp Center Al Fahdi, in den Bergen von Faraya gelegen, ist es richtig frisch.

Dort, wo es das einzige behindertengerechte Ferienhaus im Libanon gibt, leben Jugendliche und Erwachsene, die verwaist, ausgesetzt oder vernachlässigt wurden. Um den Mangel an Pflegepersonal auszugleichen und persönliche Zuwendung zu ermöglichen, hilft seit 1998 ein wechselndes deutsches Malteser-Team. Neu dagegen ist das Projekt "Karawane". "Wir sind die Ersten, die Pioniermannschaft. Mich reizt die Mischung aus Kopf- und Handarbeit", so Marie. Denn neben dem Pflegedienst besucht sie in Beirut die Uni: "Hier werden die Geschichte Libanons und Details der Religionslehren des Islams und Christentums gelehrt.

" Das "Karawan"-Team wohnt in der libanesischen Hauptstadt und wird auch Syrien oder Jordanien besuchen. Eigentlich wollte Marie Heereman nach dem Abi in ein afrikanisches Land reisen, um französisch sprechende Kinder zu betreuen. Aber dann hat es sie doch gereizt, sich den "Karawanistas" anzuschließen. Übrigens ging auch eine Gitarre mit auf die Reise. "Ich spiele schlecht, aber Marianne sehr gut", lautete Maries trockener Kommentar kurz vor dem Abflug.

Quelle: RP

 
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