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Meerbusch: Vorzeige-Kraftwerk für Ostara

VON JAN POPP-SEWING - zuletzt aktualisiert: 04.02.2010

Düsseldorf (RPO). Der Investor Carat bietet an, die Ostara-Bebauung durch eine Ein-Megawatt-Holzentgasungsanlage mit Energie zu versorgen. Ein so großes Blockheizkraftwerk mit dieser Technologie wäre in Deutschland bislang einmalig.

Die geplante Ostara-Bebauung.  Bild: Stadt Meerbusch Foto: RPO
Die geplante Ostara-Bebauung. Bild: Stadt Meerbusch Foto: RPO

Die Idee, aus Holz Energie zu gewinnen, ist nicht neu. In Meerbusch werden beispielsweise die Klassenräume von Martinus- und Raphaelschule durch eine Pellet-Heizung erwärmt. Doch bislang sind solche Anlagen eher klein und reichen nur für wenige Gebäude.

Der Investor Carat bietet nun an, das gesamte Ostara-Neubaugebiet durch ein Ein-Megawatt-Blockheizkraftwerk, das mit der innovativen Holzentgasungs-Technologie arbeitet, mit Energie und Warmwasser zu versorgen. Gesamtkosten: sieben Millionen Euro. Eine solche Anlage dieser Größenordnung wäre einzigartig in Deutschland. Vergleichbares gebe es bislang nur in Österreich, erläuterte Carat-Geschäftsführer Bernd-Martin Koch im Planungsausschuss.

Täglich 20 Tonnen Holz nötig

Das Vorzeige-Kraftwerk würde täglich mit circa 20 Tonnen Holzabfällen (aus dem Westerwald) befeuert werden. Das entspreche etwa einem Lkw pro Werktag. In den vier Kesseln sollen Temperaturen von 600 bis 1000 Grad herrschen. Durch Generatoren wird die Energie des aus dem Holz strömenden heißen Gases in Strom umgewandelt. "Wir erreichen einen außergewöhnlich guten Wirkungsgrad von rund 90 Prozent und sparen 6000 Tonnen CO2 im Jahr", schwärmte Koch.

Durch die entstehende Wärme würde auch noch Wasser auf 90 bis 95 Grad erhitzt und in einem 25 000-Liter-Tank gesammelt, das die Neubauhäuser versorgen würde. Dort sind jeweils 200-Liter Tanks angedacht. Sollte mehr Strom/Warmwasser gebraucht werden, wäre der Einbau weiterer Kessel problemlos möglich, so Koch. Das Gebäude – eine zehn Meter hohe Halle – soll von außen eher einer "gläsernen Fabrik" als einem klassischen Kraftwerk ähneln. Als Kooperationspartner möchte Carat die Wirtschaftbetriebe Meerbusch ins Boot holen. Für die WBM war die Vorstellung des Kraftwerks-plans im Ausschuss eine Überraschung – der Versorger prüft jetzt erstmal die genannten Zahlen.

Carat-Geschäftsführer Koch machte deutlich, dass die Grundstücksgesellschaft mit dieser Anlage auch ein gewisses Risiko eingehen würde, da Vergleichswerte fehlten. Damit ist der Investor ein großes Stück auf die Politik (und speziell auf die Grünen) zugegangen, die auf eine ökologische Ausgestaltung des Plangebietes Wert legt.

Die Sitzung hatte zunächst nichtöffentlich stattfinden sollen, war dann aber auf Druck der FDP in einen öffentlichen und einen nicht öffentlichen Abschnitt aufgeteilt worden. Kommentar/Frage des Tages

Quelle: RP

 
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