Meerbusch: "Waffen in den Tresor"
zuletzt aktualisiert: 13.03.2009Düsseldorf (RPO). Josef Dahl (51) ist Schießmeister der St. Sebastianus Schützenbruderschaft Büderich. Er hat eine Ausbildung als Schießleiter und in Waffensachkunde. Er ist für den verantwortungsbewussten und regelgerechten Umgang mit Waffen in der Bruderschaft verantwortlich. Jetzt fürchtet er, dass Schützengesellschaften nach dem Amoklauf in Winnenden in ein schlechtes Licht gerückt werden. Dort hatte der Täter die Waffe aus dem Schrank seines im Schützenverein aktiven Vaters nehmen können. "Das darf nicht passieren", sagt Dahl.
"Diesmal ist eine solche Tat erstmals mit einer zugelassenen Waffe ausgeführt worden", beschreibt er den Unterschied zu den vorangegangenen Amokläufen. Dahl geht davon aus, dass der Vater des Täters sich verantworten muss. Denn die Vorschriften für die Lagerung und Zugänglichkeit von Waffen sind streng. "Die Waffen der Bruderschaft, sieben Gewehre, sind alle auf mich eingetragen", sagt er. Er sei verpflichtet diese Waffen in einem abgeschlossenen Waffenschrank zu deponieren. Kleine Kaliber, wie Pistolen müssten in einem eingelassenen Tresor gesichert werden. Die Munition dazu gesondert. "Die Schlüssel zu den Schränken trage ich immer bei mir", sagt Dahl. Darüber hinaus habe nur sein Stellvertreter einen Schlüssel. "Unsere Waffen sind gut gesichert", sagt er.
Für Dahl stellt die Ausbildung junger Menschen im Schießsport keine zusätzliche Gefahr dar. Im Gegenteil. "Seit ich einmal geschossen habe, habe ich einen riesigen Respekt vor Waffen", beschreibt Dahl seine Erfahrung. "Wenn ich die Löcher in der Pappe sehe, weiß ich, welchen Schaden eine Waffe anrichten kann. Jeder, der ordnungsgemäß ausgebildet ist, wird diesen Respekt entwickeln und entsprechend vorsichtig mit einem Gewehr umgehen."
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