Meerbusch: Was lesen Sie?
zuletzt aktualisiert: 23.04.2009Düsseldorf (RPO). Heute ist Welttag des Buches. RP-Redaktionsmitglied Sarah Dickmann hat Meerbuscher aus verschiedenen Branchen gefragt, welches Buch derzeit auf dem Nachttisch liegen haben und beruflich oder privat lesen: Eine Pfarrerin, einen Personalratsvorsitzenden, eine Lehrerin und einen Buchhändler.
Heike Gabernig (46), evangelische Pfarrerin in Lank-Latum: "Privat lese ich am liebsten Krimis. Den, den ich gerade ausgelesen habe, habe ich bereits einer Freundin geliehen, weil er mir so gut gefallen hat. Er heißt "Tod auf dem Jakobsweg", sehr spannend geschrieben und zudem voller Hintergrundwissen über Landschaften, Orte und Kirchen. Das Buch passt wunderbar zu dem, was wir im Mai machen: 35 Frauen aus der Gemeinde pilgern ein Stück des Jakobsweges am Niederrhein, von Goch nach Weeze. Eine Freundin, die mitpilgert, hat mir das Buch geschenkt. Beruflich lese ich natürlich immer die Bibel. Abgesehen davon, dass ich jede Predigt mit ihr vorbereite, schaue ich im Moment besonders häufig rein. Bald steht die Konfirmation an, und die Mädchen und Jungen haben ihre Konfirmationssprüche aus der Bibel ausgewählt. Es sollten Sätze sein, die ihnen etwas bedeuten, und über deren Ursprung sie sich informiert haben. Ich lese die Passagen nach und schaue nach dem Kontext. Sehr beliebt sind "Alle Dinge sind möglich dem, der glaubt", "Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit Taten und mit der Wahrheit" und "Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln". Sätze wie diese verdeutlichen für mich die Sehnsucht der Jugendlichen. Sie wissen sich behütet, wissen aber auch, dass sie eine Aufgabe haben, einen Auftrag."
Ulrich Mombartz (50), Personalratsvorsitzender der Stadt Meerbusch: "Auf meinem Nachttisch liegt ,Michelangelo' von Irving Stone. Ein wunderbares Buch, es erzählt farbenfroh die Lebensgeschichte des Bildhauers. Spannend, wie er trotz der Schwierigkeiten in seiner Familie sein Ziel erreicht hat. Ich kann mich durch den Schreibstil richtig in seine Welt hineinversetzen. Ich glaube, das Buch habe ich mir mal selbst gekauft, ich habe es schon länger, bin aber noch nicht dazu gekommen. Wenn der Stapel zu groß wird, lese ich meine Bücher richtig der Reihe nach. Beruflich ist das anders, da lese ich, was gerade zu konkreten Projekten passt. Ansonsten muss ich trockenere Materie wie Gesetzestexte verinnerlichen und lese zudem alles zu aktuellen Themen aus meinem Bereich wie etwa Burn-Out oder Sucht, um zu erfahren, wie man damit umgehen kann."
Petra Schoppe (55), Lehrerin an der Adam-Riese-Schule in Büderich: "Ich lese gerade ,Die dunkle Seite' von Frank Schätzing. Das habe ich mir selbst gekauft. Ich würde mich schon als Vielleser bezeichnen – vor allem im Urlaub, aber auch sonst, wenn ich dazu komme. Beruflich lese ich momentan nichts Spezielles, sondern regelmäßig die Fachzeitschriften, die für den Bereich Grundschule erscheinen. Dort informiere ich mich über neue Entwicklungen. Und wir versuchen an unserer Schule stetig, die Kinder ans Lesen heranzuführen. Das halte ich für außerordentlich wichtig. Heute gibt es zwar keine spezielle Aktion, aber wir führen immer wieder Lesetage etwa im Rahmen des Antolin-Leseprogramms durch. Ich bin Klassenlehrerin für das dritte Schuljahr, und wir haben auch eine eigene kleine Klassenbibliothek. Dort können die Mädchen und Jungen jederzeit Bücher ausleihen. ,Die wilden Kerle' und andere Bücher, zu denen es auch Filme gibt, sind da der Renner, aber auch Klassiker wie ,Pippi Langstrumpf'."
Frank Achten (44), Buchhändler in Osterath: ",Gargoyle' von Andrew Davidson, das ich gerade lese, erinnert ein wenig an ,Der englische Patient'. Es spielt in einem Krankenhaus, und die Erzählung in der Jetzt-Zeit ist verknüpft mit einer historischen Geschichte, weil die Hauptperson angeblich schon einmal im Mittelalter gelebt haben soll. Ein schöner, anspruchsvoller historischer Schmöker. Außerdem lese ich natürlich immer viele Bücher, die demnächst als Neuerscheinungen in den Buchhandlungen zu haben sein werden. Demnächst kommen eine Reihe Krimis von amerikanischen Autoren heraus, ,Das kurze wundersame Leben des Oscar Wao' zum Beispiel, das ich gerade aus habe. Es ist eine Familiensaga, die in New Jersey spielt. Wenn heute, am Tag des Buches, Kunden in die Buchhandlung kommen, kann ich ihnen zum Beispiel "Obsession" von Simon Beckett ans Herz legen oder "Der Mackenzie Coup" von Ian Ranking. Auf Bücher wie diese im Taschenbuch-Format haben viele schon gewartet. Und an die Kinder verteilen wir ein Büchlein mit Kurzgeschichten."
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