Meerbusch: "Wir gehen wählen"
VON HEIKE SCHOOG - zuletzt aktualisiert: 04.06.2009Düsseldorf (RPO). Sie sind jung, neugierig und haben sich informiert. Für die Schüler des Ewald-Mataré-Gymnasiums ist klar, dass sie am Sonntag zur Europa-Wahl gehen und von ihrem demokratischen Recht Gebrauch machen.
Für Mareille Schavan, Alexandra von Hagen und Marius Geiker ist es keine Frage. "Wir gehen am Sonntag wählen." Die Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Mataré-Gymnasiums haben nicht einen Gedanken daran verschwendet, die Wahl zu schwänzen. "Im Unterricht und in Diskussionsrunden haben wie die Wahl als demokratisches Grundrecht kennengelernt", sagt Marielle Schavan. "Wählen zu gehen ist die einzige Möglichkeit, politisch mitzubestimmen", fügt sie hinzu. Und: "Wer nicht wählt, darf hinter her auch nicht meckern", findet Geiker, der sein Kreuzchen schon per briefwahl gemacht hat.
Über die Parteien haben sich die Schüler im Netzt informiert. "Es wäre schon hilfreich gewesen, wenn eine neutrale Instanz uns die verschiedenen Parteien vorgestellt hätte", findet Schavan. "So mussten wir uns alles mühsam selbst zusammensuchen", sagt sie. Alle drei haben ihr Wahlprofil auch per Wahl-O-Mat gesucht. "Doch die Ergebnisse sind zum Teil seltsam", findet auch Alexandra von Hagen, die auf jeden Fall persönlich zur Wahl gehen will, um sich das Prozedere anzuschauen. "Ist ja schließlich das erste Mal."
Politiker: unbekannt
Die Köpfe der Politiker, die allerorten an den Straßenrändern prangen, sind für die Schüler gar nicht so wichtig. "Wichtig sind die Parteiprogramme", sagt Geiker. "Die habe ich durchgearbeitet und dann meine Entscheidung gefällt." Deshalb verwundert es wenig, wenn die Köpfe der großen Parteien eher weniger bekannt sind. Petra Kammerevert, die für die SPD antritt: Fehlanzeige. Kennt keiner der drei. Karl-Heinz Florenz (CDU) ist zumindest Mareille Schavan bekannt ebenso wie Sven Giegold (Bündnis 90/Die Grünen). Alexander Alvaro (FDP) ist unbekannt, dafür ist seine Parteikollegin Silvana Koch-Mehrin allen aufgefallen.
Wahlwerbung hat die Schüler bei ihrer Entscheidung für eine Partei nicht beeinflusst. "Die ist zu allgemein gehalten", sind sie sich einig. Bestenfalls peppige Ideen bleiben im Gedächtnis, wie etwa das "Wumms" der Grünen oder Föhn, Haifisch und Dumpinglöhne der SPD. "Das ist zum Schmunzeln", sagt Geiker.
Zwar besuchen die Gymnasiasten eine so genannte Europaschule, doch die Verordnungsfülle und das, was in den Alltag hineinwirkt, ist nicht Gegenstand des Unterrichts. "Wir haben Möglichkeiten, Praktika im Ausland zu nutzen, lernen bilingual", sagt Marielle Schavan. Die praktischen Auswirkung der europäischen Union sehen die Schüler woanders, wie etwa Marius Geiker, der halb deutsch, halb dänisch ist und viel zwischen den beiden Ländern gereist ist. "Das ist heute unkomplizierter als noch vor einigen Jahren."
Den Frieden als Hauptzielrichtung eines gemeinsamen Europas sehen die Schüler als wichtigsten und ältesten Grund des Verbunds. "Wirtschaftliche Aspekt sind später hinzugekommen", weiß Geiker auch um die Bedeutung Europas für den Export und Erhalt der Arbeitsplätze.
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