Meerbusch: Zollfreiheit in Neuss
zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Düsseldorf (RPO). Kloster Meer besaß in Neuss einen Stadthof, der sich nördlich des Quirinusmünsters erstreckte. Heute heißt dieses Gebiet Meererhof. Wann der Hof entstand, sei nicht genau festzustellen, so Irmtraut Richter. Wahrscheinlich gab es schon zu Zeiten von Hildegundis eine Niederlassung in Neuss. Dafür spricht das 1169 erteilte Privileg der Zollfreiheit in Neuss, das der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg ausgab. Durch Schenkungen und Kauf erweiterte sich der Besitz dieses Stadthofes im 16. Jahrhundert. Bis zur Säkularisierung blieb der Hof im Besitz des Klosters.
Vermutlich wurden in Neuss nicht nur die Warengeschäfte abgewickelt – das Kloster handelte mit Obst, Getreide, Holz und Wein – sondern auch die Geldgeschäfte. Da es keine Banken und Sparkassen gab, hatte die Kreditvergabe (zu drei bis vier Prozent) durch das Kloster für den ländlichen Raum große Bedeutung. 1802, bei Auflösung des Klosters, betrugen die Außenstände "33 670 Reichsthaler".
In unsicheren Zeiten diente der Hof dem Kloster auch als Zufluchtsstätte für den Konvent und als Aufbewahrungsort für Schätze und Dokumente.
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