Mettmann: 20 Jahre guter Rat
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 28.09.2011Mettmann (RP). Mit einem Empfang feiert die Verbraucherberatung im Nordkreis ihr 20-jähriges Bestehen. Landrat Thomas Hendele will die Stellen in Velbert und Langenfeld erhalten. Internetkriminalität wächst dramatisch.
Schärfere Gesetze müssen her zur Bekämpfung der Internetkriminalität, fordert Horst Berg vom Verbraucherschutzministerium NRW. Er sprach gestern in der für den ganzen Nordkreis mit Mettmann und Wülfrath zuständigen Beratungsstelle Velbert der Verbraucherzentrale NRW.
Vertreter der Verbraucherzentrale, des Kreises sowie aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft feierten mit einem Empfang in der Beratungsstelle an der Friedrichstraße 107 deren 20-jähriges Bestehen.
Betrügereien im Internet und per Telefon sowie die Unübersichtlichkeit der digitalen Welt überfordern viele Verbraucher zunehmend. Erwin Knebel, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Verbraucherzentrale klagte: "Immer mehr Menschen gelingt es nicht, sich selbstbewusst und selbstbestimmt auf den Märkten zu bewegen."
Beratungsstellen
Im Kreis Mettmann finden die Bürger zwei Beratungsstellen der Verbraucherzentrale NRW.
Standort Nordkreis: Friedrichstraße 107, Velbert, Tel. 02051 56806
Südkreis: Konrad-Adenauer-Platz 1, Langenfeld, Tel. 02173 392969,
170 000 Ratsuchende bisher
Suchten die Verbraucher in den ersten Jahren nach Gründung der Beratungsstelle vor allem Hilfe zu Produkten, so dominiert heute die Rechtsberatung die Arbeit des Leiters der Beratungsstelle, Andreas Adelberger. Meistens leider dann, wenn Verbraucher Betrügern aufgesessen sind oder sich haben kostspielige Verträge andrehen lassen.
170 000 Ratsuchende fanden in den 20 Jahren den Weg in die Bratungsstelle. Dass sie weiter im Nordkreis Rat finden, dafür sorgt seit einem Jahr der Kreis Mettmann, der in die Finanzierung der Verbraucherberatung eingestiegen ist, als die Stadt Velbert wegen Haushaltsproblemen ihren Beitrag auf Anweisung der Bezirksregierung nicht mehr leisten durfte.
Die Beratung von Verbrauchern ist schon seit mehr als 100 Jahren Aufgabe des Kreises, hält Landrat Thomas Hendele Kritikern dieses Engagements vor. So lange nämlich sei das Amt für Verbraucherschutz bereits beim Kreis angesiedelt. Kein Wunder also, dass sich viele Ratsuchende zunächst an diese Dienststelle wenden. Sie werden dann an die Beratungsstelle in Velbert oder in Langenfeld weiter verwiesen.
Internetkriminalität hat einen jährlich mehr als 100-prozentigen Zuwachs, berichtete Hendele, der auch Chef der Kreispolizei ist, die mit den Verbraucherberatern zusammenarbeitet. Prävention, Aufklärung der Verbraucher über oft simple Vorsichtsmaßnahmen sei wichtig, so Hendele.
Der Vorstand der Verbraucherzentrale, Klaus Müller, forderte wie Ministeriumsvertreter Berg ebenfalls eine einfache gesetzliche Regelung für Verträge im Internet: Wo Kosten entstehen, muss der Verbraucher seine Einwilligung durch Drücken eines speziellen Buttons bestätigen. Müller: "Das fordern wir seit Jahren."
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