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Erkrath: A3: Flüsterasphalt und Tempo 100

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 19.03.2010

Düsseldorf (RPO). Bei der Stadt können Bürger nun den fertigen Lärmaktionsplan einsehen. Empfehlung: Die A3 soll entlang des Erkrather Stadtgebiets mit Flüsterasphalt saniert werden. Als Sofortmaßnahme wird ein Tempolimit von 100 km/h vorgeschlagen. Die Sanierung ist nächstes Jahr vorgesehen.

Viele Bürger, die vor 20 oder 30 Jahren nach Erkrath gezogen sind, beklagen sich über den zunehmenden Lärm durch das stark gestiegene Verkehrsaufkommen auf der Autobahn 3.   Foto: RPO
Viele Bürger, die vor 20 oder 30 Jahren nach Erkrath gezogen sind, beklagen sich über den zunehmenden Lärm durch das stark gestiegene Verkehrsaufkommen auf der Autobahn 3. Foto: RPO

Um den Lärm auf den Autobahnen A3 und A46 zu begrenzen, hat die Stadt Erkrath einen Lärmaktionsplan erstellt. Damit soll ein juristisch einwandfreies Instrument geschaffen werden, das dem Landesbetrieb Straßenbau NRW bei der im nächsten Jahr anstehenden Sanierung der A3 möglichst keine andere Wahl lässt, als auf einer Strecke von 4,4 Kilometern entlang des Erkrather Stadtgebiets Flüsterasphalt zu verlegen.

Der Lärmaktionsplan ist nun in Zusammenarbeit mit dem Gutachter Bernd Driesen fertig gestellt worden und kann von den Bürgern bei der Stadt eingesehen oder im Internet herunter geladen werden. Als Sofortmaßnahme, bis zum Einbau eines lärmmindernden, offenporigen Asphalts, ist die Geschwindigkeit in beiden Fahrtrichtungen auf 100 km/h zu beschränken, heißt es als wichtigste Empfehlung. Erst nach dem Einbau kann geprüft werden, ob eine Erhöhung der Geschwindigkeit auf 120 km/h verhältnismäßig ist.

Info

Ansehen

Der Lärmaktionsplan liegt in der Zeit vom 25. März bis einschließlich 11. Mai während der Dienststunden (von montags bis donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 13.30 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr) im Planungsamt der Stadt Erkrath, Verwaltungsstelle Hochdahl, Schimmelbuschstraße 11-13, Zimmer 300 zu jedermanns Einsicht aus. Ähnlich wie bei einem Bebauungsplan können Anregungen und Bedenken vorgetragen werden.

Bereits jetzt kann er mit vielen Grafiken zur Ausbreitung des Lärms im Anhang im Internet angesehen werden.

www.erkrath.de

Täglich 136 000 Fahrzeuge

Sollten die zahlreichen Anregungen in dem gut 52-seitigen Dokument verwirklicht werden, ergeben sich spürbare Verbesserungen für die vom Autobahnlärm geplagten Anwohner vor allem der A3 in Erkrath.

Denn erklärtes Ziel der Stadt ist die Verminderung des Autobahnlärms, insbesondere der A3. Der rund 4,5 Kilometer lange Streckenabschnitt führt an allen drei Erkrather Stadtteilen vorbei und wird innerhalb von 24 Stunden von 136 000 Autos befahren. Weil dort in naher Zukunft die Erneuerung der besonders lauten Beton-Fahrbahndecke notwendig wird, ist der Einbau eines lärmarmen Fahrbahnbelages in Form eines offenporigen Asphaltes (OPA) sinnvoll, heißt es im Lärmaktionsplan. Im Vergleich zum Beton können Minderungen um bis zu 7 dB(A) erwartet werden. Ausdrücklich wird davon ausgegangen, dass auch Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der A3 zur Minderung des Autobahnlärms beitragen können. Vor allem nachts zwischen 22 und 6 Uhr morgens sei eine Begrenzung sinnvoll, weil damit der Lärm von Pkw, die mit mehr als 170 km/h unterwegs seien, deutlich reduziert werde. Sanierungsbedarf gibt es auch auf der Neandertalbrücke. Um schlagartige Schallpegelspitzen zu vermeiden, sollten die Übergänge der Brücke mit lärmmindernden Belägen ausgestattet werden.

Aufgrund von EU-Richtlinien kann der Landesbetrieb Straßenbau, als ausführende Behörde zur Erneuerung der Fahrbahn, die Empfehlungen des Lärmaktionsplans nicht ignorieren. Da war sich die Stadt schon vor der Erstellung des Lärmaktionsplans sicher.

In punkto Eisenbahnschienen und dem damit verbundenen Geräuschen durch Züge können sich die Bürger vorerst wenig Hoffnung auf zusätzlichen Schallschutz machen. Erst in etwa fünf Jahren wird die Bahn möglicherweise mit Untersuchungen zur Lärmsanierung beginnen heißt es im Lärmaktionsplan.

Eine Empfehlung an die Stadt, die nicht besonders neu, aber immer wieder sinnvoll ist: Grundsätzlich sollen Wohngebiete nur dort ausgewiesen werden, wo gesunde Wohnverhältnisse gewährleistet sind. Denn Lärm kann krank machen, heißt es im Plan. Lärm mindere die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Menschen, drücke Immobilienpreise, reduziere die Einnahmen von Kommunen – heißt es im Lärmaktionsplan. Ein Argument, was möglicherweise noch viel mehr zieht. Der "Flüsterasphalt" ist nur 270 000 Euro teurer.

Quelle: RP

 
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