Mettmann: Abenteuer gesucht
VON HOLGER SCHMIDT - zuletzt aktualisiert: 02.08.2008Düsseldorf (RPO). Drei Wülfrather hatten einen langen Rückweg zum Sommerlager der Georgspfadfinder. Mit Rucksack, Zelt und Kocher waren sie drei Tage zu Fuß in Sachsen unterwegs.
In Lohmen bei Dresden
Die Wülfrather Pfadfinder fuhren am 19. Juli ins Sommerlager in Lohmen nahe Dresden.
Heute werden sie zurück erwartet.
Informationen rund um die Fahrt gibt es auch unter
WÜLFRATH/LOHMEN Dominik, Matthias und Kevin sehen das Banner in der Ferne. Ihr Tempo erhöht sich ein letztes Mal. Bald haben sie ihr Hike hinter sich gebracht und kehren zum Pfadfinderzeltplatz zurück, wo die St. Georgspfadfinder aus Wülfrath ihr Sommerlager aufgeschlagen haben. Hike, so nennen Pfadfinder eine Wandertour innerhalb der Zeltlagerzeit mit Iglu-Zelten, Gaskocher und Rucksack. Die Gruppe suchte in der Sächsischen Schweiz das Abenteuer und sie hat es gefunden.
An tschechischer Grenze gestartet
Noch strahlt die Sonne als die fünf Pfadfinder in Königstein nahe der tschechischen Grenze abgesetzt werden. Der Aufstieg zur Festungsanlage ist die erste Bewährungsprobe für die kommenden drei Tage. Auf dem Plateau angekommen, besichtigen die Rover zunächst die ehemals bestgesicherte Burg in Deutschland. Nach wenigen Stunden sind sie auf dem Weg in den Nationalpark. Die Rucksäcke werden schwerer und langsam machen sich auch die Füße bemerkbar.
Mit der Zeit erkennen die drei Rover, dass dieser Landstrich Sachsens wirklich einiges mit der Schweiz zu tun hat. Bergauf und bergab führen die Wanderwege, die leider nicht immer mit der geplanten Route auf der Karte übereinstimmen. Kurz vor ihrem angepeilten Ziel, dem sogenannten Labyrinth, südlich der Stadt Pirna, kommt die Gruppe endgültig vom Weg ab. Eine Stunde irren sie durch die sächsische Wildnis und suchen eine Boofe, einen der vielen Felsvorsprünge, unter denen Wanderer für eine Nacht Zuflucht finden können. Als die Pfadfinder dann eine Lichtung finden, schlagen sie erschöpft ihre Zelte auf und essen Pfannengemüse mit Reis. Dann schlüpft die Gruppe müde in ihre Schlafsäcke.
Nach dem anstrengenden Vortag warten auf der zweiten Hike-Etappe noch einmal mehr Kilometer auf Dominik, Matthias und Kevin. Bei Regen bricht die Gruppe auf und wandert Richtung Pirna. Bald sind Rucksack und Jacke tropfnass. Außerdem machen sich erste Blasen an den Füßen und wunde Stellen bemerkbar. Den Hike abzubrechen kommt aber für keinen in Frage. Geredet und gesungen wird am zweiten Tag zwar nicht mehr, aber am späten Nachmittag erreichen die fünf Wanderer ihr zweites Ziel, einen Aussichtspunkt hoch über der Elbe und das abendliche Pirna. „Nach einem anstrengenden Wandertag ist so ein Ausblick eine tolle Entschädigung“, meint Rover Matthias und isst zufrieden Ravioli mit Tomatensoße.
Am letzten und dritten Tag hat sich das Wetter wieder gebessert und die Rover-Gruppe legt die letzte Stecke nach Lohmen zu den anderen Pfadfindern zurück. Mit verschwitzter Kluft, aber vielen, tollen Eindrücken erreichen sie nach drei Tagen den Zeltplatz.
„Ein Hike ist immer eine tolle Abwechslung zum normalen Lageralltag. Es war sehr anstrengend, hat sich aber wie immer gelohnt“, fasst Dominik zusammen und geht erstmal unter die Dusche, um sich endlich wieder frisch zu machen.
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