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Wülfrath: Abriss des Wasserturms

VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 23.06.2012
Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Gallinat vor dem Wasserturm in der Ellenbeek, der in den nächsten vier Wochen abgerissen wird.  Foto:  Janicki
Stadtwerke-Geschäftsführer Michael Gallinat vor dem Wasserturm in der Ellenbeek, der in den nächsten vier Wochen abgerissen wird. Foto: Janicki

Wülfrath (RP). Ein Riesenbagger rollt in der Nacht auf Mittwoch im Wohngebiet Maushäuschen an und beginnt mit den Arbeiten. Ende des Jahres soll der neue Trinkwasserbehälter fertig sein. Die Stadtwerke investieren 1,5 Millionen Euro.

Der Wasserturm, der 50 Jahre lang für Druck in Wülfraths Leitungsnetz sorgte, hat ausgedient. Ab nächste Woche wird der Hochbehälter flachgelegt. Nach vierwöchigen Abrissarbeiten beginnt der Bau eines neuen Trinkwasserbehälters. Ende des Jahres soll er fertig sein. Die Stadtwerke investieren 1,52 Millionen Euro in den Neubau.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird der Großkran gebracht, laut Transportgenehmigung zwischen 22 und 6 Uhr. Mit einer gewaltigen Kneifzange am riesigen Baggerarm wird der 20 Meter hohe Betonkoloss abgetragen, Damit verliert die Kalkstadt ein Wahrzeichen, denn die Silhouette des Turms, hoch oben im Wohngebiet Maushäuschen stehend, ist schon aus Kilometer weiter Entfernung zu sehen. Die Betonwände sind 18 Zentimeter dick, das Dach ist 25 Zentimeter stark.

Info

Das Herzstück

Die mit dem Behälterneubau verbundenen Rohrnetzarbeiten und der Anlagenbau sind abgeschlossen. Herzstück ist das Pumpensystem. Je nach Bedarf schalten sich sechs unterschiedlich starke Pumpen computergesteuert ein. Sie können bis zu 150 Kubikmeter Wasser pro Stunde ins Leitungsnetz drücken. Im Ernstfall, wenn die Feuerwehr Löschwasser braucht, müssen 96 Kubikmeter pro Stunde zur Verfügung gestellt werden.

Etwa zwei Wochen wird es dauern, die Betonbrocken per Lkw abzufahren. Die vorbereitenden Arbeiten laufen seit vergangenem Montag. Der Baucontainer ist aufgestellt, der Standplatz für den Kran vorbereitet und die neben dem Turm stehende Gasdruckstation mit Autoreifen und Stahlplatten gegen möglicherweise herabfallende Betonteile geschützt. Wenn der Abrissbagger steht, wird mit dm Abtragen des Turms begonnen, sagte Michael Gallinat, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke. Mit einem Autokran werden drei Gummimatten hochgezogen und auf der Seite, auf der die Kneifzange gerade zupackt, ein Schutzschild nach Außen bilden. Dadurch wird Lärm gedämpft und Staubflug verringert, gegen den auch mit Sprühnebel vorgegangen wird. Für Belästigungen und Behinderungen, die mit solch einer Großbaustelle zwangsläufig verbunden sind, bitten die Stadtwerke um Verständnis. Erste Überlegungen, den Wasserturm zu sanieren, wurden nicht nur aus Kostengründen (2,1 Millionen Euro) verworfen. Trotz hohen Aufwands wäre es ein alter Hochbehälter geblieben, mit einem Zugang auf dem Dach (Inspektion und Reinigung nur mit Hilfe eines Autokrans) und dem Nachteil eines zu hohen Wasserdrucks an vielen Stellen in der Innenstadt und in Düssel.

Der neue Behälter ist nur fünf Meter hoch, hat einen Durchmesser von 21 Metern und ein Fassungsvermögen von 1500 Kubikmetern. Seine Fassade in Ziegeloptik ist angelehnt ans Aussehen der danebenstehenden Doppelbehälteranlage (zweimal 500 Kubikmeter). Der Behälter kann zu Reinigung und Wartung durch eine Drucktür betreten werden. Wegen des Höhenunterschieds zu Maushäuschen plus Höhe des alten Wasserturms stieg der Wasserdruck in der Innenstadt auf bis zu acht bar und in Düssel auf bis zu elf bar, was Armaturen und Rohrleitungen oft überforderte. Mit dem neuen Behälter erreichen die Stadtwerke ihr Ziel, alle Kunden mit ausreichendem Wasserdruck zu versorgen, im Mittel vier bis sechs bar. Die Zahl der Rohrbrüche dürfte deutlich zurückgehen.

Quelle: RP/jco
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