Mettmann: Abschied von Pfarrer Peters
VON CHRISTINE ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 24.07.2010Düsseldorf (RPO). In einem feierlichen Requiem würdigt Weihbischof Franz Grave das Wirken des Kreisdechanten Monsignore Heribert Peters. Die Aufbruchstimmung des Zweiten Vatikanischen Konzils prägte sein Priestertum.
Den im Altarraum von St. Lambertus aufgebahrten Sarg ziert keinerlei Blumenschmuck, sondern einzig ein silberner Weinkelch und die Priesterstola des Verstorbenen. Daneben steht in einem Kranz von Sonnenblumen ein Bild von Monsignore Heribert Peters, der von 1982 bis 2001 als Pastor und Kreisdechant in Mettmann tätig war. Peters ist am vergangenen Samstag nach kurzem Krankenhaus-Aufenthalt im Alter von 77 Jahren in Düsseldorf gestorben.
Über die Kirche hinaus gewirkt
Gestern nahm die Gemeinde Abschied von ihrem langjährigen Seelsorger. In Peters' einstiger Wirkungsstätte, der Pfarrkirche St. Lambertus, zelebrierte der Kölner Weihbischof Dr. Rainer Woelki ein feierliches Requiem. Und groß war die Zahl seiner Mitzelebranten, darunter viele Weggefährten des Verstorbenen. Groß aber auch die Zahl der Gottesdienstbesucher, unter ihnen etliche Nichtkatholiken – ein beredtes Zeichen dafür, wie sehr Peters über den Radius der Pfarrkirche hinaus in der Kreisstadt gewirkt hat.
Lebensweg
Heribert Peters wurde 1933 in Düren geboren. Nach dem Studium in Bonn und Köln wurde er im Februar 1959 im Kölner Dom zum Priester geweiht. Er war als Kaplan in Gummersbach und Köln und anschließend als Pfarrer in Velbert-Langenberg tätig. 1982 wechselte er nach St. Lambertus, seit 1999 war er auch Pastor von Thomas Morus und Hl. Familie. 1994 erhielt er den Titel "Monsignore". Bis 2001 war er Dechant des Dekanates Mettmann, danach Ehrendechant.
Sein Kommilitone, der Essener Weihbischof Franz Grave, erinnerte mit bewegenden Worten an das priesterliche Wirken des Verstorbenen. "Peters", so Grave, "war ein Mann Gottes." Die Verkündigung habe bei ihm stets an erster Stelle gestanden – auch und gerade inmitten "einer säkularisierten Welt". Nicht ganz zufällig habe Peters besonders die Verlorenheits-Gleichnisse im Neuen Testament geschätzt. "Peters war stets bemüht, gerade diejenigen, die abhandengekommen waren, zu suchen, aufzufinden und den Menschen in der Kirche wieder eine Heimat zu geben", so Grave.
Eine große Aufbruchstimmung sei es gewesen, die am Anfang der Priesterschaft beider gestanden habe. Damals hatte Papst Johannes XXIII. das Zweite Vatikanische Konzil angekündigt. "Und wir durften mithelfen, die Beschlüsse umzusetzen, was uns mit großer Freude erfüllt hat." Dieser Aufbruchs- und Öffnungsgedanke habe Peters zeitlebens erfüllt. Er habe diesen aber auch bis zuletzt immer wieder neu überprüft. Denn, so Grave, Peters' Devise sei gewesen: "Was außen draufgeklebt ist, muss auch innen drin sein."
Vor der anschließenden Beisetzung auf dem Friedhof Lindenheide würdigte Peters' evangelischer Amtskollege Klaus Schilling die Verdienste des Verstorbenen für die Ökumene in Mettmann und darüber hinaus. Das Paulus-Wort vom Priester nicht als "Herr über Euren Glauben, sondern als Gehilfe zur Freude an Gott" sei für ihn Leitmotiv gewesen. Noch im vergangenen Jahr habe Peters anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums betont, wie sehr ihn der ökumenische Gedanke, ausgelöst durch das Zweite Vaticanum, stets inspiriert habe. Schilling: "Er machte zwar keine faulen Kompromisse, aber die seelsorgerische Begegnung mit den Menschen stand bei ihm stets vor der Dogmatik und den kirchlichen Lehren." Peters habe, so Schilling, ökumenische Fußstapfen in Gemeinde und Stadt hinterlassen. "Diese Fußstapfen sind groß. Lassen Sie uns ihnen folgen."
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