Erkrath: Äpfel schreiben Geschichte
VON THOMAS PETER - zuletzt aktualisiert: 08.08.2012Erkrath (RP). Die Freunde und Förderer des Naturschutzzentrums Bruchhausen geben ein Buch über Äpfel heraus. Dafür suchen sie Rezepte, Bilder und Texte rund um das Obst. Es darf auch die Erinnerung an den Kuss unter dem Apfelbaum sein.
"Der Apfel ist mehr als das, was es heute im Supermarkt zu kaufen gibt", sagt Renate Späth, Vorsitzende des Vereins Freunde und Förderer des Naturschutzzentrums Bruchhausen. "Das zu zeigen ist uns ein großes Anliegen." Sie meint damit das "Erste Erkrather Apfelbuch", das gerade in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Weber entsteht. Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass Äpfel früher besser geschmeckt haben und dass durch die heutige Vermarktung nur einige weniger industrietauglicher Apfelsorten viel verloren geht.
Noch gibt es 60 Sorten
Um 1800 existierten immerhin mehr als 20 000 Sorten, heute gibt es nur noch ungefähr 60 zu kaufen. Die Erhaltung alter Apfelsorten wie Kaiser-Wilhelm, Freiherr von Berlepsch und Danziger Kant ist daher einer der Schwerpunkte der Stiftung Bruchhausen. Und weil das Naturschutzzentrum (NSZ) seine Äpfel auch regelmäßig den Gästen seiner Erntedankfeste (in Form von Kuchen und Säften) anbietet, lag es nahe, über ein Erkrather Apfelbuch nachzudenken, sagt Späth. "Wir haben viele Ideen, uns fehlen nur oftmals geeignete Partner."
Termine
Jubiläumsveranstaltung "150 Jahre Schule Bruchhausen" am Sonntag, 9. September, 11 bis 18 Uhr
Apfelfest an Erntedank, 30. September ab 14 Uhr
Beiträge für das Apfelbuch an die Buchhandlung Weber, Hochdahler Markt 22, 40699 Erkrath, oder Buch.Weber.Erkrath@t-online.de
Den fanden sie schließlich in Sara Willwerth von der Buchhandlung Weber. Willwerth besucht das NSZ häufig und bekam so auch von der Buch-Idee Wind. Seitdem kümmert sich die Buchhandlung um alles Organisatorische, produziert Flyer und Gutscheine und stellt Buchpreise für die Endverlosung unter allen Teilnehmern bereit. Währenddessen sind alle Bürger von Erkrath aufgerufen, selbsterstellte Beiträge für das Apfelbuch einzusenden. Es soll ein bunter Mix aus Bildern, Apfelrezepten und Texten werden. Ob Apfelkuchen, Apfel-Cocktail, Gedicht oder Anekdote, man darf seiner Phantasie freien Lauf lassen, solange es nur etwas mit Äpfeln und zu tun hat. Einer der ersten eingesandten Beiträge ist zum Beispiel eine Abhandlung über die Kulturgeschichte des Apfels von Hans-Joachim Dietz, dem Vorsitzenden des Bergischen Geschichtsvereins, Abteilung Erkrath.
Veröffentlichung planen
Aber es muss nicht wissenschaftlich sein; wenn jemand vor 50 Jahren seine große Liebe zum ersten Mal unter einem Apfelbaum geküsst hat, dann ist das genauso spannend. Wenn genug Beiträge beisammen sind, werden sich die Buchhandlung Weber und der Förderverein Bruchhausen zusammensetzen und überlegen, wie man das Buch auf den Markt bringt. Von Book-on-demand bis zur Veröffentlichung durch einen Verlag ist alles möglich. "Wir sind schon sehr gespannt, was für Beiträge kommen", freut sich Renate Späth.
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