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Mettmann: Ärger über Stolperfallen

VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 29.07.2010

Düsseldorf (RPO). Abschleifen wie auf dem JubiBewohner und Besucher der historischen Altstadt beschweren sich über die Holperstrecke in der Mittel- und Oberstraße. Die Stadt versucht, mit Bruchsand und Splitt die Fugen auszubessern.

Ludger Steffen (l.) und Kurt-Werner Geschorec kennen das Pflaster und die Fugen in der Oberstraße. Mörtelfugen wären zu teuer.  Foto: RPO
Ludger Steffen (l.) und Kurt-Werner Geschorec kennen das Pflaster und die Fugen in der Oberstraße. Mörtelfugen wären zu teuer. Foto: RPO

Wer keine grobstolligen Wanderschuhe trägt, ist in der Mittel- und Oberstraße deutlich im Nachteil. Denn: Die Fugen des Natursteinpflasters sind teilweise ausgewaschen, das Gehen über die buckeligen Steine wird für Menschen, die "normale Schuhe" tragen, zur Tortur. Besonders Frauen mit Absatz- oder Stöckelschuhen brauchen ein ausgesprochen gutes Gleichgewichtsorgan und müssen schmerzunempfindlich sein.

Müssen die Mettmanner mit dem holprigen Kopfsteinpflaster im Hauptstraßenzug der Oberstadt leben, oder gibt's Möglichkeiten, das Pflaster fußgängerfreundlich zu gestalten? Fachbereichsleiter Kurt Werner Geschorec und sein Kollege Ludger Steffen von der Abteilung Verkehrsinfrastruktur, kennen das Problem, sehen aber wenig Chancen für eine Besserung.

Info

Fußweg anlegen

Ähnlich wie in diesem Jahr für den Jubi hatte die CDU im Jahr 2001 den Antrag gestellt, zu prüfen, ob nicht ein ebener Weg für Fußgänger, Rollstuhlfahrer und für Eltern mit Kinderwagen in der Oberstadt angelegt werden kann.

Die Stadt lehnte dies aus Kostengründen ab.

Zur Erinnerung: Die Stadt hatte in den 80er Jahren die Asphaltschicht auf dem Markt aufgenommen und den Platz mit Grauwacke gepflastert. "Das sind alte Steine, über die schon in grauer Vorzeit Wagen mit Eisenrädern gefahren sind", sagt Geschorec. Die Oberfläche ist glatt, man kann relativ gut über die Steine gehen.

Dann entschloss sich die Stadt zu Beginn der 90er Jahre, Ober- und Mittelstraße als Fußgängerzone zu gestalten und ebenfalls neu zu pflastern. Doch alte (glatte) Steine waren damals kaum aufzutreiben. Deshalb musste zu neuem Naturstein-Pflaster gegriffen werden, dass nur teilweise keine Kanten und Buckel hat. Und damit fingen die Probleme an. Schon nach wenigen Monaten gab's Stimmen aus der Bevölkerung, die über die Holperstrecke klagten und Abhilfe forderten. Der Austausch des vorhandenen Pflasters durch ein andersfarbiges Natursteinpflaster, die Verwendung eines glatteren Pflasters (ebenfalls Natursteinpflaster) und ein anderes Fugenmaterial (feste Fuge) wurden von der Denkmalbehörde zwar als Alternativen zugelassen, aber eigentlich nicht empfohlen. Begründung: Das Erscheinungsbild leidet.

Zurück zur Gegenwart: Geschorec sieht mehrere Ursachen für das Auswaschen der Fugen: Mittel- und Oberstraße sind Steilstrecken. Folge: Die Steine arbeiten. Der Autoverkehr, teilweise sogar schwere Lastwagen, zerstören die Fugen und lockern die Steine. Frost setzt dem Pflaster und den Fugen ebenfalls zu. Und: Der Einsatz der Kehrmaschine ist ebenfalls ursächlich. Sie arbeitet mit Stahlbesen und saugt den Dreck von der Straße. "Das Saugen schadet dem Fugenmaterial", so Geschorec.

Was kann man tun? Die Stadt versucht, mit Bruchsand und Splitt in unregelmäßigen Abständen die Löcher zu stopfen. Das ist aber kein Allheilmittel. Eine Verlegung der Steine in eine feste Fuge – ähnlich auf dem Jubi – scheide aus Kostengründen aus. "Das müsste alles in Handarbeit geschehen und die Steine müssten sämtlich aufgenommen werden. Das ist nicht bezahlbar", sagt Geschorec.

Quelle: RP

 
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