Mettmann: Altes Amtsgericht verfällt
VON DOMINIQUE SCHROLLER - zuletzt aktualisiert: 20.05.2010Düsseldorf (RPO). Die Initiative für Stadtbildpflege und Denkmalschutz will sich beim Land für den Erhalt des Gebäudes an der Gartenstraße einsetzen. Auch das Haus Markt 4 muss saniert werden. Gespräche mit dem Eigentümer sind geplant.
Die Fachwerkhäuser rund um Kirche und Markt in der Oberstadt haben Mettmann ein Gesicht gegeben. Doch die alte gewachsene Bausubstanz ist an vielen Stellen marode und muss saniert werden. Die für Mettmann charakteristischen Häuser zu schützen und das Stadtbild zu pflegen, hat sich die Initiative für Stadtbildpflege und Denkmalschutz zur Aufgabe gemacht.
Historische Bausubstanz verloren
"Wir haben mit der Pestalozzi-Schule und dem Fachwerkhaus an der Hammerstraße viel historische Bausubstanz verloren. Mit dem Abriss solcher Häuser droht die Stadt jedoch ein Teil ihrer Identität preiszugeben", betont Thomas Dinkelmann, der Sprecher der Initiative. Er hat als eines der ersten Gebäude das alte Amtsgericht in die Liste der bedrohten Bauten aufgenommen. Die Spuren des Verfalls sind bereits deutlich zu erkennen. "Obwohl es unter Denkmalschutz steht, sind Fensterscheiben kaputt und die Fassade zeigt Risse", berichtet Dinkelmann.
Justiz sucht Gespräch
NRW-Justiz-Staatssekretär Jan Söffing setzt sich für den Erhalt des Alten Amtsgerichtes ein. Söffing, Mitglied der FDP im Stadtrat, hat bereits mit dem Eigentümer, dem Bau-und Liegenschaftsbetrieb (BLB) NRW Kontakt aufgenommen. "Das Gebäude darf nicht weiter verfallen und muss saniert werden." Der BLB befinde sich in Verkaufsverhandlungen.
Als mögliche Nutzung seien beispielsweise Wohnungen, Büroräume oder Arztpraxen denkbar. "Wichtig ist nur, dass die äußere Gestalt des Gebäudes dabei nicht verloren geht. Im Inneren ist sicher ein zeitgemäßer Umbau möglich." Da die Stadt nicht die Mittel habe, die Immobilie zu kaufen, wäre auch das Engagement eines privaten Investors denkbar, sollte sich das Land nicht um das alte Amtsgericht kümmern. In solchen Fällen möchte die Initiative vermitteln, Kontakte knüpfen und als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Ein weiterer Problemfall ist das Haus Markt 4. Auch dort bröckelt der Putz. Damit de Verfall nicht weiter voranschreitet, möchte die Initiative an den Eigentümer herantreten. "Wir werden immer zuerst den Dialog mit den Besitzern suchen, um gemeinsam Lösungen zu finden", betonte Thomas Dinkelmann.
Ihm ist es wichtig, die kommunale Denkmalliste auf den neusten Stand zu bringen und darin auch alte Fabrikgebäude und Fabrikantenvillen aufzunehmen. "Wir haben uns vorgenommen, bei jedem Treffen Defizite anzusprechen und der Stadtverwaltung anschließend diese Problemzonen vorzutragen." Dazu gehört auch das Pflaster in der Oberstadt und auf dem Lavalplatz. An beiden Stellen fehlen Steine. Die Lücken sind notdürftig mit Asphalt gefüllt. "Das ist unfachmännische Flickerei", schimpfte Dinkelmann.
Er hat die entsprechenden Stellen dokumentiert und will sich nun mit den zuständigen Stellen der Stadtverwaltung in Verbindung setzen. "Wir hoffen, dass sich das ohne großen Kostenaufwand bereinigen lässt."
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