Wülfrath: Ansprechpartner für Firmen
VON ISABEL KLAAS - zuletzt aktualisiert: 08.09.2010Düsseldorf (RPO). Karsten Niemann ist der neue Mann in der Verwaltung. Gemeinsam mit Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke will er Wülfrath zum Markenzeichen und in der Region bekannter machen. Der nächste Auftritt ist auf der Expo Real.
Wülfraths Bürgermeisterin Dr. Claudia Panke setzt große Hoffnung in den neuen Wirtschaftsförderer. "Er spricht die Sprache der Unternehmer", sagte sie gestern bei der Vorstellung von Karsten Niemann (32) im Rathaus. Er sei außerdem kein typischer Beamter, versicherte Niemann selbst: "Ich will raus gehen und die Unternehmen dort abholen, wo sie stehen". Geographie und Wohnungswesen sind seine Spezialitäten. Zuletzt war er in der Standort- und Gewerbeplanung für die Handelskette Lidl am Niederrhein tätig. Warum es den Dortmunder ausgerechnet in die Wülfrather Verwaltung trieb, erzählt er bereitwillig. "Die Arbeit hier ist so vielseitig. Sie umfasst Stadtmarketing, Tourismus und Wirtschaft. Hier kann ich kreativ werden und mich selbst verwirklichen", schwärmt er. Dafür nimmt er sogar "kleine finanzielle Unterschiede beim Einkommen in Kauf", wie er gestand.
Werdegang
Kasten Karsten Niemann studierte in Bochum Geographie und Immobilien-Wirtschaft. Er war dann für ein Forschungsinstitut im Bereich Immobilien-Wirtschaft und Wohnungswesen tätig, befasste sich mit Mietspiegeln und Baugebieten, erstellte Gutachten.
Später betrieb er Standort- und Gewerbeplanung für die Lidl-Handeskette in 30 kleineren Gemeinden anm Niederrhein. Er ist 32 Jahre alt und lebt mit seiner Lebensgefährtin in Dortmund.
Es ist offensichtlich: Niemann freut sich auf die Aufgaben in der kleinen Gemeinde – auch wenn das Budget des Wirtschaftsförderers nicht üppig bemessen ist. Ein paar Pflöcke schlug er seit Juli bereits ein: Die Bestandspflege der vorhandenen Firmen sei ihm wichtiger als die Neuansiedlung, betonte er. Vor allem für angestammte Firmen will er unbürokratische schnelle Lösungen bei geplanten Veränderungen. Weiter liegt ihm die Veränderung der Einfahrt zur Stadt am Herzen. Die vielen leeren Autohäuser an der Wilhelmstraße seien nicht gerade eine gute Visitenkarte, bevor der Ortsfremde in die sonst so hübsche Stadt einfahre. "Ich kann keinen zwingen, seine Immobilien zu verkaufen oder zu vermieten, aber ich suche das Gespräch", sagte er zuversichtlich.
Ein weiteres Ziel formulierte er: Ich will Wülfrath aus seinem Dornröschenschlaf wecken, es kreisweit und überregional bekannter machen. Gemeinsam mit der Bürgermeisterin strebt er Kooperationen mit Universitäten an, die der Stadt bei der Vermarktung helfen und ihr bei der Entwicklung von realisierbaren Konzepten zur Seite stehen. Auch touristisch lasse sich Wülfrath bestimmt nach vorne bringen, mit so einer hübschen Innenstadt, die zum Bummeln einlade, betonte Niemann – und liegt damit ganz auf der Linie der Bürgermeisterin. Themen gibt es genug, die sich aufdrängen. Laden-Leerestände in der Innenstadt und ein flotter Internetauftritt stehen auch noch auf der To-Do-Liste des Neuen.
Erst einmal wird er sich jedoch mit der Bürgermeisterin auf den Auftritt Wülfraths bei der Expo Real in München vorbereiten. "Da müssen wir präsent sein und Kontakte knüpfen", sagte Panke. Denn Wülfrath habe Ansiedlungswilligen viel zu bieten, ist auch Niemann überzeugt: eine gute Anbindung nach Düsseldorf und ins Ruhrgebiet, eine sehr nette Innenstadt mit individuellen Läden, schöne Wohngebiete und eine abwechslungsreiche Umgebung.
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