kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Wülfrath: Arbeit für den Frieden

VON JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 01.02.2012

Wülfrath (RP). Die Klasse 8c der Realschule sammelt für die Kriegsgräberfürsorge. Anfangs waren die Jugendlichen skeptisch. Große Überraschung: Es spenden mehr jüngere als ältere Menschen.

Mit den Realschülern freuen sich Franca Klippel, VDK-Ortsverband, und Christian Raabe, VDK-Kreisverband.  Foto:  Dietrich Janicki
Mit den Realschülern freuen sich Franca Klippel, VDK-Ortsverband, und Christian Raabe, VDK-Kreisverband. Foto: Dietrich Janicki

"Arbeit für den Frieden" steht auf den Schlüsselanhängern, die gestern im Ratssaal an Jugendliche verteilt wurden. Tagelang hatten die 24 Schüler und Schülerinnen der Klasse 8c der Realschule für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) um Spenden gebeten. In Gruppen waren sie von Haus zu Haus gezogen oder hatten mit ihren Sammeldosen vor Einkaufsmärkten gestanden. Dass das Engagement für die Kriegsgräberfürsorge Arbeit für den Frieden ist, hatten sie bei der Vorbereitung auf ihren Einsatz gehört.

Dennoch hatten sich die Schüler mit gemischten Gefühlen an die Arbeit gemacht. Einige waren mit ablehnender Haltung losgezogen. Doch dies habe sich geändert, sagte Klassenlehrerin Sandra Grüber gestern bei der Abschlussveranstaltung im Rathaus. Die 8c sei eine sehr aufgeschlossene Klasse, lobte sie.

Info

824 Friedhöfe

Gepflegt werden 2,4 Millionen Kriegsgräber auf 824 Friedhöfen in 44 Ländern.

In jeder der zehn kreisangehörigen Städte gibt es einen VDK-Ortsverband.

Der VDK-Kreisverband hat insgesamt 861 Mitglieder, die mit ihren Beiträgen die Arbeit mitfinanzieren.

Die Pflege der Gräber solle zugleich Mahnung sein, sagt Christian Raabe, VDK-Kreisverbandsgeschäftsführer,

www.volksbund.de

Schüler berichteten, sie seien überrascht gewesen, dass viele jüngere Menschen gespendet hätten. Sie hätten dies eher von Älteren erwartet. Ein Jugendlicher hatte seinen Frust noch nicht ganz überwunden. "Ich habe oft gehört, dafür spende ich nichts, Da ist der Spaß vorbei." Einer erzählte, zwei Männern hätten seiner Gruppe nicht getraut und nach Sammelausweisen gefragt. Als sie diese zeigten, hätten die Männer gesagt, "die habt ihr doch selbst gebastelt". "Das war nicht cool", sagte der Schüler. Insgesamt lautet das Fazit der Jugendlichen "ganz ok". Eine Reihe würde wieder mitmachen.

"Die Sammlung trägt zur Pflege der Gräber und zur Erinnerung bei", sagte Hans-Werner van Hueth, der als Fachbereichsleiter Jugend und Soziales die Jugendlichen begrüßte und ihnen dankte. "Nie wieder Krieg" sei die Botschaft. Sie zu vermitteln, sei für junge Leute sicherlich nicht leicht. "Nach fast 70 Jahren ohne Krieg kennen Jugendliche kaum noch jemanden, der ihn erlebt hat."

Christian Raabe, VDK-Kreisverbandsgeschäftsführer, sagte, die ehrenamtliche Tätigkeit sei wichtig. 80 Prozent der Kosten für die Pflege von 2,4 Millionen Kriegsgräbern müssten durch Spenden, Mitgliederbeiträge und eigene Arbeit gedeckt werden. Nur 20 Prozent würden mit Bundesmitteln finanziert. Auch er dankte für die Mühen der Schüler. Sicherlich sei die Arbeit nicht einfach, da die Bürger "häufig besammelt" werden.

Raabe informierte über Workcamps und Jugendbegegnungsstätten der Kriegsgräberfürsorge und warb für die Teilnahme. Schulleiter Frieder Winterberg fügte hinzu, die Teilnehmer könnten über den Tellerrand schauen und tolle Erfahrungen machen – auch mit jungen Leuten aus anderen Ländern. Die Erinnerung an die schlimme Kriegszeit zu erhalten, sei wichtig. "Nur in einem friedlichen Land können Menschen glücklich sein."

Franca Klippel, Geschäftsführerin des VDK-Ortsverbandes Wülfrath, gab das Ergebnis bekannt: In den Sammeldosen wurden insgesamt 194,98 Euro gezählt. Zehn Prozent davon überreichte sie den Schülern für die Klassenkasse und dazu gab es für jeden einen Schlüsselanhänger.

Quelle: RP/rl


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Der ganz normale Basti"

Hückeswagen

"Der ganz normale Basti"

Im Interview mit unserer Redaktion spricht der 17-Jährige über seine Musik, seine Schulzeit ... mehr 

Ratingen

Navi-Diebe auf Reisen

Der Markt, auf dem gestohlene Navigationsgeräte (Navis) und Airbags unter der Hand verkauft ... mehr 

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

aus der Nachbarschaft

Tippspiel

Wir suchen den EM-Experten

Deutschland Niederlande Jubel Özil Klose Müller 2011 dpa

Wer übersteht die Vorrunde? Wer schafft es bis ins Finale? Das EM-Tippspiel von RP Online gibt Ihnen die Gelegenheit, Ihr fußballerisches Know-How unter Beweis zu stellen. Die besten Tipper erwarten tolle Preise. Jetzt anmelden und mitmachen! mehr 

Meistgelesen

Klose vor der Nase, Dzeko im Nacken

Mario Gomez trifft – und schmollt

Mit seinem 22. Länderspieltreffer hat Mario Gomez beim 2:0 gegen Israel seine Ansprüche in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft unterstrichen. Dennoch präsentierte sich der Torjäger äußerst missmutig. mehr

 

Borussia Mönchengladbach

Anderson und Rupp kehren zurück

 

22-jährige Studentin stirbt bei Autounfall

Marina Keegans Tod bewegt das Netz

 

Notfall-Szenarien für Griechenland

Wird die neue Drachme schon gedruckt?

 

Fortuna Düsseldorf

Gerson als Lukimya-Nachfolger?

Meistkommentiert

Putins Antrittsbesuch in Berlin

Nur der Hauch einer Annäherung

Beim Antrittsbesuch von Russlands Präsident Wladimir Putin bei Angela Merkel in Berlin begrüßten sich die alten Bekannten im Kanzleramt mit Wangenkuss – doch inhaltlich blieben deutliche Differenzen. Von F. Herrmann und G. Mayntz  mehr

 

DFB-Delegation besucht Auschwitz

"Wir wollten ein Zeichen setzen"

 

Parteitag am Wochenende in Göttingen

Personeller Showdown bei den Linken

 
 

Mönchengladbach

Beerdigung ohne Pfarrer

mehr nachrichten aus mettmann und Erkrath
30 Mitarbeiter des Generalunternehmers MBN sind auf der Baustelle des Mettmanner Bauvereins beschäftigt. Die Seitenwände des Erdgeschosses der Häuser 4 und 5 werden errichtet.

Mettmann

Kö-Karree wächst in die Höhe

Arbeiter betonieren die Seitenwände der Häuser 4 und 5. Der Mettmanner Bauverein geht davon aus, dass die Erlebnisgastronomie "Red Sun" im November eröffnet. 15 Wohnungen sind bereits reserviert. VON Christoph Zacharias  mehr

 
 
 
 
 

An(ge)dacht

Das Geheimnis Gottes

 
Familienanzeigen
Regio-Extra