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Mettmann: Aus für die 60-Watt-Birne

VON LISA-MARIE SCHNELL - zuletzt aktualisiert: 06.09.2011

Mettmann (RP). Seit 1. September ist die 60-Watt-Glühlampe ein Auslaufmodell. Viele Verbraucher beurteilen das Verbot kritisch. Die Mettmanner sehen der Umstellung weitgehend unbesorgt entgegen.

Michael Dick vom "VCT Licht" Lampen- und Leuchtengeschäft mit einer gewohnten Glühbirne und einer Energiesparlampe (r.). Sein Favorit ist die Halogen-Glühlampe (l.).  Foto:  Dietrich Janicki
Michael Dick vom "VCT Licht" Lampen- und Leuchtengeschäft mit einer gewohnten Glühbirne und einer Energiesparlampe (r.). Sein Favorit ist die Halogen-Glühlampe (l.). Foto: Dietrich Janicki

Die beliebte 60-Watt-Glühbirne hat seit 1. September ausgedient. Fachhändler können ihre Restbestände verkaufen, produziert werden dürfen die Glühlampen jedoch nicht mehr.

Viele Liebhaber der klassischen Glühbirne decken sich im großen Stil mit den Auslaufmodellen ein. Die Mettmanner Bürger scheinen dem Wechsel relativ entspannt entgegenzusehen. "Mir sind die Glühbirnen mittlerweile ausgegangen", erzählt Heinrich Watzlawik. Von nun an werde er zu Energiesparlampen greifen. Er hat keine alten Glühbirnen gehortet. "Wenn die Energiesparlampen besser sind, ist es normal, dass die Glühbirne aussterben muss."

Info

EU-Verordnung

Nach der EU-Verordnung wurden vor zwei Jahren in der ersten Stufe Glühbirnen ab 100 Watt verboten.

Ein Jahr später wurde auch die 75-Watt-Birne abgeschafft.

Seit 1. September 2011 gilt das Produktionsverbot für Standard-Glühlampen ab 60 Watt,

ab September 2012 für die 10-Watt-Glühbirne.

Ähnlich sieht das Anna Kehse, die Befürworterin der energiesparenden Variante ist. "Herkömmliche Glühlampen verbrauchen zu viel", sagt sie. "Man muss die Umwelt immer im Hinterkopf haben." Nur, dass die Energiesparlampen immer so lang brauchen, um ihre Leuchtkraft zu entfalten, sei schon etwas unpraktisch.

Problematische Entsorgung

Michael Dick ist Geschäftsführer von "VCT Licht" in Mettmann und kann noch keinen deutlichen Anstieg bei der Nachfrage nach Energiesparlampen verzeichnen. "Ich habe mich nie an den großen Diskussionen beteiligt", berichtet Dick, der sein Lampen- und Leuchtengeschäft an der Peckhauser Straße hat. Problematisch sieht er die Entsorgung der umweltfreundlichen Lampen. Außerdem gehe die Wohnlichkeit verloren.

"Einige Kunden fragen nach, ob wir noch herkömmliche Glühlampen beschaffen könnten. Wir verneinen das immer – was weg ist, ist weg." Nicht jeder kann den Unmut über das Aussterben der 60-Watt-Glühbirne verstehen. "Wir sind zum Beispiel gar nicht davon betroffen, weil wir zu Hause komplett mit LED-Leuchten ausgestattet sind", erzählt Tanja Drazdzynski.

"Ich bin der ganzen Sache gegenüber recht aufgeschlossen, auch wenn das Licht der normalen Energiesparlampen zu kalt ist und ich wohl auf die teure Variante umsteigen werde", berichtet ein weiterer Mettmanner Bürger.

Udo Tremel, Elektroinstallateurmeister und zuständig für die Weihnachtsbeleuchtung beim Blotschenmarkt, erzählt, dass die Lichterketten und Ornamente mit 7- und 15-Watt-Glühlampen ausgestattet sind. Daran werde sich (noch) nichts ändern.

Es müssten 2000 Glühlampen ausgetauscht werden, was einen hohen Kostenaufwand darstelle und sich erst nach zehn Jahren rechnen würde. "Vor zwei Jahren haben wir LED-Leuchten ausprobiert, aber das war zu teuer", so Udo Tremel.

 

Quelle: RP


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