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Wülfrath: Aussteigen verbieten

VON ISABEL KLAAS - zuletzt aktualisiert: 03.08.2012

Wülfrath (RP). Nach dem tragischen Unfall an der Autowaschstraße zieht der Betreiber seine Konsequenzen. Er will an seinen drei Anlagen das Aussteigen vor dem Waschvorgang verbieten. Die Polizei sucht nach Zeugen des Geschehens.

Die Polizei Mettmann ermittelt weiterhin, wie es zu dem schweren Unfall am Mittwochnachmittag in der Autowaschanlage kommen konnte. Ein 70-Jährige Wülfratherin war vor dem Waschvorgang aus ihrem Fahrzeug ausgestiegen, um ihren Wagen Ende der Waschstraße in Empfang zu nehmen.

Beim Ausfahren war das Fahrzeug wegen des Gefälles der Straße hinter der Waschanlage ins Rollen gekommen und hatte die Frau überfahren. Mit schweren Verletzungen wurde sie per Hubschrauber in eine Duisburger Spezialklinik gebracht. Laut Polizei schwebt sie nicht mehr in Lebensgefahr.

Acht Jahre nichts passiert

Info

Sitzen bleiben

In einer Autowaschstraße wird das Auto über ein Förderband durch eine Art Tunnel gezogen. Die Reinigungsbürsten sind fest, bewegen sich vertikal und horizontal.

Als Vorteil gilt es, dass das Auto vom Kunden nicht verlassen werden muss und die Wäsche unabhängig vom gewählten Programm gleich lange dauert.

Allerdings fehlen bis heute Zeugen des Vorgangs. "Wir hoffen, dass sich noch jemand meldet. Ansonsten warten wir, bis wir die Dame selbst vernehmen können", sagte Polizeisprecher Frank Sobotta gestern auf Anfrage. Fest steht, dass der Unfall sich nicht ereignet hätte, wenn die Fahrerin in ihrem Auto sitzen geblieben wäre, so wie es die Anlage an der Straße Zur Fliethe eigentlich vorsieht. Marc Mai, Betreiber der Wülfrather Waschstraße und zwei weiterer in Heiligenhaus und Wuppertal, hat aus dem Unfall seine Konsequenzen gezogen.

"Meine Mitarbeiter werden dafür sorgen, dass niemand mehr vor dem Waschen aus dem Wagen aussteigt", sagte er mit Nachdruck. "Wenn genügend Personal da ist, kann ein Mitarbeiter einspringen. Sonst müssen wir den Kunden abweisen", so Mai. Phobiker, denen die Enge in der Waschstraße – umgeben von Bürsten und Lappen – Angst macht, gibt es offenbar immer wieder. "Zwei- bis dreimal im Monat haben wir Kunden, die aussteigen wollen", sagt Mai. Bisher ist nichts passiert.

Problematisch ist offenbar der letzte Schub, der den sauberen Wagen aus den Schienen hebt. Danachen bleibt nur ein kurzes Zeitfenster, in das Auto zu steigen und die Abwärtsfahrt zu stoppen. Das Opfer hat offenbar vergeblich versucht, die Handbremse des rollenden Wagens zu ziehen.

Quelle: RP/rl/jco/ila
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