Mettmann: „Der Schrei“ am Wegesrand
VON CHRISTOPH ZACHARIAS - zuletzt aktualisiert: 12.07.2008Düsseldorf (RPO). Das Ehepaar Schmidt aus Metzkausen hat auf einem Spaziergang einen Ast entdeckt, der dem berühmten Bild von Edvard Munch ähnlich ist. Jetzt steht das „Naturwunder“ im Garten und wird von Freunden bestaunt.
Vier Bilder
Munch malte im Zeitraum von 1892 bis 1910 vier verschiedene Bilder mit dem Titel der „Der Schrei“. „Der Schrei“ wird häufig als das erste expressionistische Bild bezeichnet und ist ein Beispiel für Munchs Seelenmalerei.
Diebe hatten im Jahr 1994 eine rot-orange Version des Bildes gestohlen und 2004 eine hell-orange Version. Beide Bilder tauchten wieder auf.
Brigitte und Ralf Schmidt haben auf einem Spaziergang einen abgestorbenen Holunderast gefunden, der dem Gesicht des Menschen auf dem berühmten Bild „Der Schrei“ von Edvard Munch sehr ähnelt. „Kürzlich unternahmen wir eine kleine Wanderung von Schöller nach Gruiten. Als wir oberhalb eines Reiterhofs in den Wald gingen, blieb meine Frau plötzlich stehen und sagte ’hier liegt der Schrei am Wegesrand’“, berichtet Ralf Schmidt. Beide schauten auf einen großen Ast von einem Holunderbaum, der vermutlich vom Sturm abgeknickt worden war und am Weg lag. „Ein Teil des Astes hat eine kolossale Ähnlichkeit mit dem Munch-Gemälde“, sagt Brigitte Schmidt. Das Bild des norwegischen Malers zeigt im Zentrum frontal einen Menschen mit weit geöffnetem Mund und an den Kopf gelegten Armen und leeren Augen. Die Vordergrundfigur ist grotesk verzeichnet und in Farben wiedergegeben, die nicht der äußeren Wirklichkeit entsprechen.
Zurück mit der Säge
Ralf Schmidt, ein begeisterter Hobbyfilmer und -fotograph, machte ein Foto von dem „Naturwunder“. Brigitte und Ralf Schmidt beschlossen den „Ast-Schrei“ zu bergen. Doch sie hatten keine Säge dabei. Sie fuhren nach Hause in der Gewissheit, dass sie etwas ganz Besonders gefunden hatten. „Bewaffnet“ mit einem Fuchsschwanz – einer Säge – kehrten sie drei Tage später zum alten Ast zurück. „Das war eine ganz schöne Arbeit“, sagt Ralf Schmidt. Denn der Fuchsschwanz hatte schon paar ein Jahre auf dem Buckel und war ein wenig stumpf. Doch der Metzkausener schnitt den Holunderast durch und konnte das Gesicht bergen. Seine Frau hat das Aststück zu Hause mit einer Wurzelbürste von Moos und Schmutz befreit. Im Garten trocknete das Holz. Glücklicherweise, so Schmidt, ist es bei der Trockenphase nur hinten gerissen. Es ist nicht das erste Mal, dass das Ehepaar Schmidt auf seinen ausgedehnten Wanderungen schöne Dinge entdeckt. Hobbyfotograf Ralf Schmidt hat immer eine Kamera im Gepäck und hält besondere Schönheiten der Natur so für immer fest. Zuhause steht ein großes Mikroskop, mit dem er Pflanzen und Kleinlebewesen untersucht und fotografiert. Jüngst hat er Zieralgen aus einem Hochmoortümpel unterm Mikroskop aufnehmen. Zurück zum „Schrei“. Das interessante Holzstück wird einen ganz besonderen Ehrenplatz im Wohnzimmer einnehmen. Freunde der Schmidts haben ihnen schon ein Buch über das Bild „der Schrei“ von Edvard Munch geschenkt.
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