Wülfrath: „Wir müssen wachsam bleiben“
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 22.04.2008Düsseldorf (RPO). Entschlossen den Anfängen wehren
Schockiert äußerte sich gestern die Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese (SPD) zu dem Hakenkreuz-Anschlag. Griese, die die Moschee mit dem damaligen Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse mit eröffnet hatte: „Wir müssen wachsam bleiben gegen Rechtsextremismus und Ausländerfeindlichkeit.“
Bürgermeisterin Barbara Lorenz-Allendorff : „Ich bin bestürzt und entsetzt.“ Sie sprach von einer „feigen Schändigung“, die nicht tolerierbar sei. „Gerade die Wülfrather Bevölkerung trifft diese Aktion, weil in unserer Stadt das Zusammenleben verschiedener Kulturen und Religionen immer aktiv gestaltet wurde.“ Der Islamische Verein habe dazu beigetragen. Lorenz-Allendorff lobt die spontane Solidarität der Kirchen.
Die Vorsitzende der Jungen Union, Ella Gawrych: Rassismus und Ausländerfeindlichkeit dürfen nicht geduldet werden. Gerade der Islamische Verein sei für seine Mitarbeit bei der Integration bekannt. CDU-Chef Andreas Seidler verurteilte die „abscheuliche und hinterhältige Tat“ aufs schärfste.
Die Ratsfraktion der DLW: „Ausländerfeindlichkeit dürfen wir nicht zulassen – in keiner Form.“ Fraktionssprecher Frank Homberg beklagt, derartige Vorfälle würden sich in Wülfrath häufen. So wurden vor vor zwei Wochen die Läden türkischer Geschäftsleute mit rechtsradikalen Aufklebern verunreinigt.
Die Schmierereien an der Wülfrather Moschee mögen von Wirrköpfen stammen. Auf die leichte Schulter genommen werden dürfen sie auf keinen Fall. Rassismus, Hass und brutale Gewalt gegen Menschen anderer Herkunft und anderen Glaubens beginnen im Kleinen – mit Witzeln, Frotzeln, Lästern und auch Schmiererei. Wer sich solchen, nur harmlos scheinenden Anfängen nicht entgegenstellt, der übersieht, dass irgendwann in gar nicht ferner Zukunft Täter die Bühne betreten, denen solche „Kleinigkeiten“ nicht mehr genügen. Dann werden Menschen verprügelt, durch die Straßen gehetzt, ihre Häuser angezündet – so wie in Solingen, wo fünf Frauen und Mädchen einer türkischen Familie zu Opfer wurden. Damit dies nicht wieder geschieht, darum ist es wichtig, den nur scheinbar harmlosen Anfängen entschlossen zu begegnen. Etwa mit Friedensgebeten.
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