Mettmann: Bergischer Jung mit Tiefgang
VON KLAUS MÜLLER - zuletzt aktualisiert: 20.10.2008Düsseldorf (RPO). Die katholische Pfarrgemeinde St.Lambertus feierte Kirchweihjubiläum im evangelischen Gemeindehaus.
Willibert Pauels bekam für den humorvollen Vortrag viel Beifall. Kölsche Tön mit der Gruppe „Die Labbesse“.„Danze, singe, laache.“ Unter diesem Motto stand zum Abschluss der Feierlichkeiten zum 125-jährigen Kirchweihjubiläum das Pfarrfest der Gemeinde St. Lambertus. Da die Umbauarbeiten des Jugendheims und des Pfarrsaales in der Lutterbecker Straße kürzlich begonnen haben, – sie sollen nach Aussage des Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Dirk Wermelskirchen voraussichtlich Anfang März abgeschlossen sein – wurde das Pfarrfest mit einem tollen Stimmungsabend im ausverkauften evangelischen Gemeindezentrum an der Friedhofstraße eröffnet. „Für mich ist der Wechsel ins evangelische Gemeindezentrum ein Ausdruck gelebter Ökumene in Mettmann“, betonte Dirk Wermelskirchen.
In den Kölner Farben geschmückt
Bohnen für Bohnen
Nach dem Festgottesdienst am Sonntagmorgen, der musikalisch vom Kinderchor umrahmt und bei dem die neuen Kommunionkinder eingeführt wurden, fand auf dem Gelände des evangelischen Gemeindezentrums das Pfarrfest statt. Der Erlös ist zu 50 Prozent für das Partnerschaftsprojekt „Bohnen für Bohnen“ bestimmt, erklärt Dirk Wermelskirchen. Die restlichen 50 Prozent sollen für die Einrichtung des umgebauten Pfarrzentrums eingesetzt werden.
Der Festausschuss des Pfarrgemeinderats hatte die Räumlichkeiten in den Kölner Farben „Rot-Weiß“ geschmückt. Kölner Karneval war angesagt. Und dies vom „Allerfeinsten. Unter den Gästen war auch der ehemalige Pfarrer Winfried Motter. „Eine kölsche Veranstaltung lasse ich mir doch nicht entgehen.“ Sein Nachfolger als Pfarrer und Kreisdechant, Markus Bosbach, der einen rot-weißen Schal trug – „den trage ich immer wenn ich in den Kölner Karneval eintauche“ –, feierte kräftig mit. Er freute sich, dass mit Diakon und Büttenclown Willibert Pauels, der bekannte „Bergische Jung“ für ein humoristisches Feuerwerk, verbunden mit theologischem Tiefgang, sorgte. „Wir kommen beide aus Wipperfürth und haben schon im Kirchenchor gemeinsam gesungen“, erklärte Pfarrer Bosbach. Willibert Pauels machte deutlich, dass für ihn Pater Browns Erkenntnis weiterhin Gültigkeit habe. „Humor ist eine Erscheinungsform der Religion. Nur wer über den Dingen steht, kann sie belächeln.“ Die Botschaft der Religion sei nicht Moral, sondern Trost. Es war beeindruckend wie Willibert Pauels als „Bergischer Jung“ den rheinischen Christen „aufs Maul“ schaute. Gekonnt und mit glänzender Rhetorik mixte er das Heilige und das Profane zu einem humoristischen Cocktail der Extraklasse. Seine Leitfrage lautete dabei: „Gibt es eine Theologie des Lachens.“ Seine Antwort war eine gelungene Zusammenfassung von Religion, Kirche, Spaß und Karneval. Locker und verschmitzt lächelnd, brachte er die Besucher zu Beifallstürmen, als er Anekdoten aus dem Alltag oder über seinen Chef „den Herrn Karnalmeister“ zum Besten gab. Auch der Generalvikar bekam sein Fett weg. „Es ist doch schon recht merkwürdig, wenn der frühere Geheimsekretär des Erzbischofs Dominik Schwaderlapp heißt.“ Den Humor der Westfalen nahm er mit der Bemerkung auf die Schippe. „Der Westfale lacht nach innen.“.
Beim folgenden Auftritt der sechsköpfigen Band „Die Labbesse ertönten „Kölsche Tön“ mit Mettmanner „Akzenten“. Viele der rund 250 Gäste klatschten, schunkelten und sangen vor Begeisterung kräftig mit. Bis nach Mitternacht wurde ausgelassen gefeiert. Helfer der Gemeinde sorgten für eine deftige Verpflegung, die Pfarrjugend bewirtete gekonnt die Gäste.
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