Mettmann: Berufskolleg kooperiert mit Fachhochschule
VON SIMONE KAMPF - zuletzt aktualisiert: 12.11.2009Düsseldorf (RPO). Das Berufskolleg Neandertal und die neu eröffnete Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) in Mettmann werden künftig kooperieren. Landrat Thomas Hendele und Bürgermeister Bernd Günther unterzeichneten kürzlich im Kreishaus den Kooperationsvertrag der beiden Bildungseinrichtungen.
Einstieg ins zweite Semester
Berufskolleg-Absolventen sollen künftig die Möglichkeit erhalten, direkt ins zweite Semester des Studiengangs Betriebswirtschaft einzusteigen. Nach bestandener Fachhochschulreife und einem 24-wöchigen Praktikum können die Absolventen nahtlos in den Studiengang einmünden. "Dies stellt im internationalen Vergleich eine sehr attraktive Kombination dar", so Dr. Peter Enzenberger, Fachlehrer am Berufskolleg Neandertal.
Er sieht in der Studiendauer und den daraus entstehenden Kosten für die Eltern ein schlagendes Argument. Im Juni findet die Abschlussprüfung des Berufskollegs statt und im Juli beginnt bereits der Fachunterricht, wobei das erste Semester an der FHDW für die Seiteneinsteiger komplett entfällt.
Schüler müssen mehr leisten
Das Konzept funktioniert, wenn die Schüler im Berufskolleg mehr leisten als andere Schüler der Fachhochschule, da sie das erste Semester inhaltlich aufholen müssen. Stoff, der im normalen Unterricht nicht geschafft wird, soll in Arbeitsgruppen erarbeitet werden, die für diesen Zweck gebildet werden.
Schüler, die sich für diesen Bildungsgang entscheiden, müssen an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Neben der Abgabe der Bewerbungsunterlagen gehört hierzu auch ein Persönlichkeitstest im Internet. Darüber hinaus müssen die Bewerber Gruppenübungen absolvieren und sich selbst präsentieren, sowie einen Englisch- und einen Intelligenztest absolvieren.
Alternative zum Gymnasium
Die Leiterin des Berufskollegs Brigitte Schneider sieht in dem Angebot eine Alternative für gute Realschüler, über die Fachhochschule schnell ins Studium zu kommen. Sie hält diesen Bildungsweg für ein sehr attraktives Angebot für junge Leute, die sonst ans Gymnasium abwandern würden.
Landrat Thomas Hendele betonte bei der Unterzeichnung des Vertrages die Notwendigkeit, in die Qualifizierung junger Leute zu investieren. "Seit langem hat sich der Kreis über Berufsförderung Gedanken gemacht", sagt er, und ist erfreut darüber, dass der Kooperationsvertrag so gut realisiert werden konnte. Fachhochschule und Berufskolleg wollen nun für die Kooperation werben, um am 1. August 2010 mit den ersten Schülern starten zu können.
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