Wülfrath: Bewerben will gelernt sein
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 09.02.2010Düsseldorf (RPO). Rheinkalk-Ausbildungsleiter trainiert mit Hauptschülern den richtigen Auftritt.
Unternehmen suchen zuverlässige Teamarbeiter mit Engagement und sozialen Kompetenzen."Unser Ziel ist, dass die Schüler der Klassen 5 bis 10 alle Wirtschaftsbereiche kennen lernen", erklärte Walburga Lambrecht, Lehrerin und Projektkoordinatorin an der Hauptschule Wolverothe. Im Rahmen der Projektwochen "Kooperation-Schule-Wirtschaft", der 22 Partnerbetriebe boten Aktivitäten an, besuchten Schüler der drei 9. Klassen das Rheinkalk-Berufsbildungszentrum. Durch Unternehmen-CD und Betriebsbesichtigung hatten sie im Vorfeld viel über die Struktur des Kalkproduzenten erfahren.
Jetzt stand praxisnahes Bewerbertraining durch Alexander Faoro, Leiter des Ausbildungswesens der Rheinkalk-Gruppe, auf dem Programm. "Man darf jungen Menschen nicht das Gefühl geben, dass sie keine Chance haben. Jeder hat etwas, womit er sich beweisen kann", resümierte Faoro. Die persönliche Vorstellungsrunde zu Beginn diente nicht nur zum Aufwärmen. Man müsse üben, "was sage ich da", erfuhren die Neuntklässler. Faoro ließ sie erklären, was sie gern machen und welche Ziele sie haben. Letztere reichte von "10b-Abschluss" bis zu gut bezahltem Job, Geld, Familie, eigene vier Wände.
Mathe-Kenntnisse
Sebastian Brejora und Christian Muche, Rheinkalk-Azubi im 2. Lehrjahr, kamen im Auftrag von Alexander Faoro in den Mathe-Unterricht der 10b.
Mit einem selbst entworfenen Arbeitsblatt informierten sie, welche Mathe-Kenntnisse im Elektrobereich gebraucht werden.
Ihr Lehrmaterial: eine Aufbauplatte, um die Arbeit mit Widerständen zu demonstrieren.
Mit Messgeräten bewiesen sie, dass die errechneten Werte stimmen.
Die Schüler wissen, was ein Arbeitgeber vom ) Mitarbeiter erwartet: Pünktlichkeit, gutes Sozialverhalten, Zuverlässigkeit, keine Fehlstunden auf dem Zeugnis. Valery, der sich schon einmal beworben hatte, gab Auskunft, was in die Bewerbungsmappe gehört. Neben Zeugnissen, Anschreiben, Lebenslauf auch Zertifikate über Praktika. "Ganz wichtig sind Hinweise über Vereinstätigkeit, was für Kompetenzen ihr da erwerbt, zum Beispiel als "Teamplayer". Besonders auch eine Mitgliedschaft in der Jugendfeuerwehr", betonte Faoro.
Tipps für den Lebenslauf
Beim Schreiben eines Lebenslaufs wies er darauf hin, sein Licht nicht unter den Scheffel zu stellen, Interessen, Hobbys, Streitschlichter, Schulsanitätsdienst zu nennen. "Als potentieller Ausbilder würde mich auch der familiäre Hintergrund interessieren." Aus Isabels Lebenslauf ging hervor, dass sie in Polen geboren wurde und dort zuerst zur Schule ging. "Du beherrschst fließend eine zweite Sprache. Für einen Arbeitgeber ist das wichtig zu wissen", sagte Faoro.
Von ihm erhielten die Schüler zudem viele Formulierungstipps beim Schreiben der Bewerbung. Beim Bewerbungsgespräch wurde in Zweiergruppen geübt, wie die Situation "in echt" abläuft. Haltung. Wie komme ich über. Auf Fragen gewappnet sein. "Die Hauptschüler wissen, wie man einen Lebenslauf aufbaut. Ich will es ihnen aus Arbeitgebersicht mitgeben, ein Bewusstsein schaffen, mal alles aufzuschreiben", zog Faoro Bilanz.
Dieses Jahr stellt Rheinkalk in Wülfrather 13 kaufmännische und gewerbliche Auszubildende ein. "Wir suchen motivierte, teamfähige Leute, weil sie auch im Team arbeiten und lernen."
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