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Erkrath: Billigstrom für Bedürftige

VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 06.02.2008

Düsseldorf (RPO). Die Erkrather SPD fordert die Stadtwerke auf, über einen Sozialtarif für Geringverdiener und Hartz-IV Empfänger nachzudenken.

Haushalte mit niedrigem Einkommen seien durch die steigenden Energiepreise sehr stark belastet.
Detlef Ehlert soll Bürgermeister-Kandidat werden.  Foto: RPO
Detlef Ehlert soll Bürgermeister-Kandidat werden. Foto: RPO

Erst vor kurzem posaunte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) es ganz laut heraus: Der Strom wird immer teurer – plus 46 Prozent in den vergangenen acht Jahren – und die Konzerne stecken sich Milliarden von Euros in die Taschen. Gleichzeitig seien aber die Sätze für Hartz-IV und/oder Sozialhilfeempfänger nicht erhöht worden. Höchste Zeit also, dass die Stromkonzerne einen so genannten Sozialtarif anbieten und ihren Strom an Bedürftige billiger abgeben.

Keine Energie verschwenden

Von Berlin nach Erkrath ist es anscheinend gar nicht so weit wie man denkt. Denn kurz vor der nächsten Aufsichtsratsitzung der Stadtwerke ist SPD-Fraktionschef Detlef Ehlert in die Puschen gekommen und fordert nun die Stadtwerke Erkrath auf, über einen solchen Sozialtarif nachzudenken. Ehlert möchte ein Konzept erstellen lassen, in dem dargelegt wird, ob und unter welchen Bedingungen ein solcher Sozialtarif in Erkrath machbar sei. Der Anreiz, Energie einzusparen und sinnvoll damit umzugehen, solle aber durch einen Sozialtarif nicht unterlaufen werden, so Ehlert. In Erkrath genüge es aber nicht, nur den Grundpreis abzusenken. Damit sich die Energieversorger nicht aus der Verantwortung stehlen könnten, solle die Stadt Initiative zeigen, um den Bundesumweltminister auch bundesweit zu unterstützen. Immerhin gebe es jährlich 840 000 Bundesbürger, denen aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten Strom und Gas abgestellt wird.

Info

Eigentum verpflichtet

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sagte vor kurzem in einer Regierungserklärung, dass es in einem reichen Land wie Deutschland keine Energie- und Brennstoffarmut geben dürfe.

Der Minister erinnerte die Unternehmen an die Maßgabe im deutschen Grundgesetz, wonach Eigentum auch zum Wohle der Allgemeinheit verpflichte.

Lieber Bier trinken als zahlen

„In Erkrath kennen wir allerdings unsere Pappenheimer die spät oder gar nicht zahlen“, sagt Stadtwerke-Geschäftsführer Peter Schröder. Es gebe Leute, die tränken lieber ein Bier in der Kneipe, als die Stromrechnung zu zahlen. In solchen Fällen werde rigoros der Strom abgestellt. Allerdings gebe es auch Bedürftige, von denen die Stadtwerke wissen, dass sie tatsächlich wenig Geld haben. In solchen Fällen werde bei Zahlungsrückständen „kulant und zurückhaltend in punkto Sperrung“ vorgegangen.

Den Strom an Bedürftige als Sozialtarif günstiger zu verkaufen, davon hält Peter Schröder überhaupt nichts. „Das ist nicht unsere Aufgabe als Stadtwerke Erkrath“, sagt Schröder ganz klar. Große Konzerne könnten natürlich aus Imagegründen solche Angebote machen, „doch wir sollen dann überprüfen wer bedürftig ist und wer nicht?“ Da wäre eher das Sozialamt der richtige Ansprechpartner.

Schon seit Jahren seien die Stadtwerke Erkrath im kreisweiten Vergleich einer der günstigsten Stromanbieter.

Quelle: RP

 
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