Mettmann: Brühland kam, sah und siegte
VON JÖRG JANSEN UND JOCHEN DELPHENDAHL - zuletzt aktualisiert: 19.12.2008Düsseldorf (RPO). Der 31-jährige Wülfrather Jurist ist Bürgermeisterkandidat der CDU in Monheim.
In einer Kampfabstimmung setzt sich das ehemalige SPD-Ratsmitglied gegen eine „einheimische“ Anwältin durch.Wülfrath/Monheim Der Wülfrather Tim Brühland ist Bürgermeister-Kandidat der CDU in Monheim. Das Ringen der Christdemokraten gipfelte in einem Polit-Finale, das spannender nicht hätte sein können. Gegen den Willen des 2009 scheidenden Bürgermeisters Dr. Thomas Dünchheim und der ihn stützenden Führungsfiguren stieg die seit Jahren politisch aktive Monheimer Anwältin Marion Prondzinsky (41) gegen den erst vor rund zwei Wochen in die engere Wahl genommenen 31-jährigen Wülfrather in den Ring.
Während Brühland in seiner Rede unter anderem versprach, junge Familien nach Monheim zu holen, betonte Prondzinsky, dass ihr als im Monheimer Leben tief verwurzelter Politikerin Monheims Perspektiven ein „wirkliches und echtes Herzensanliegen“ seien.
Nachfolger gesucht
Die Wülfrather CDU muss für die Stadtratswahl einen Nachfolger für Tim Brühland nachwählen.
Nach den Feiertagen werde die Findungskommission beraten und einen neuen Kandidaten suchen, sagte Vorsitzender Andreas Seidler.
Der Vorschlag werde dann im Februar in einer Parteiversammlung zur Abstimmung gestellt.
Zu fortgerückter Stunde hielt Monheims Vizebürgermeister Karl König eine Brandrede gegen Brühlands Kandidatur. „Mit einem Spitzenbewerber, der erst vor drei Monaten in die CDU eingetreten ist und zuvor an vorderster Front bei der SPD gewirkt hat, würden wir unsere Glaubwürdigkeit auf Null reduzieren.“ Brühland gewann dennoch mit 43 zu 42 Stimmen und nahm die Wahl an.
Für Wahlkreis Ellenbeek nominiert
Tim Brühland war Anfang November vom Wülfrather CDU-Stadtverband als Direktkandidat für einen Wahlkreis in der Ellenbeek nominiert worden. Viele Mitglieder wussten vor der Versammlung noch gar nicht, dass Brühland Mitglied der CDU war. Viele hatten ihn noch als Juso-Vorsitzenden und SPD-Fraktionsmitglied in Erinnerung. 2002 hatte er sein Ratsmandat niedergelegt und war später aus der SPD ausgetreten. Brühland ist gelernter Maschinenbauschlosser und inzwischen Volljurist (Spezialität Strafrecht). Im Vorfeld der Nominierung hatte Bürgermeister Dünchheim durchblicken lassen, dass Brühland von den mehr als 40 in der Personalfindungskommission diskutierten oder gesichteten Bewerbern den besten Eindruck hinterlassen habe.
Die Nominierung des Wülfrathers für das Amt des Monheimer Bürgermeisters ist innerhalb der dortigen CDU stark umstritten, wie die Kampfabstimmung dann auch zeigte. Dünchheim wird von Kritikern vorgeworfen, ein beispielloses Wirrwarr mit bis zu 40 möglichen Kandidaten aus Nah und Fern veranstaltet zu haben. „Ich freue mich für ihn, bedaure aber, dass er für uns in Wülfrath nun nicht mehr zur Verfügung steht“, sagte gestern Andreas Seidler, Vorsitzender der CDU Wülfrath, zur Nominierung von Tim Brühland. Seidler hatte die Versammlung im Bürgerhaus Baumberg besucht. Sein Fazit: „Wenn gesagt wird, es gebe Streit in der Wülfrather CDU, kann ich nur lachen. Was ich in Monheim erlebt habe, war fast Krieg.“
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