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Erkrath: Bürger verschieben Beschluss

VON SUSANN KRÜLL - zuletzt aktualisiert: 09.02.2012

Erkrath (RP). Bei einem Forum soll erneut über das Leitbild für das zu erstellende Stadtentwicklungskonzept gesprochen werden. Viele Erkrather erwarten, dass die Stadt für junge Familien attraktiver gemacht wird.

Das ehemalige Realschul-Gebäude an der Schmiedestraße mit der Hasenwiese ist in der Beschlussvorlage des Stadtentwicklungskonzeptes im möglichen Bebauungsplan verzeichnet.  Foto:  dietrich janicki
Das ehemalige Realschul-Gebäude an der Schmiedestraße mit der Hasenwiese ist in der Beschlussvorlage des Stadtentwicklungskonzeptes im möglichen Bebauungsplan verzeichnet. Foto: dietrich janicki

Für wortreiche Auseinandersetzungen sorgte im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaftsförderung die Beschlussvorlage zu den Ergebnissen des vom Büro Plan Lokal vorgelegten Entwurfs "Stadtentwicklungskonzept – Leitbild, Leitziele und Entwicklungsmodell". Kontrovers diskutiert wurde neben den zugrunde gelegten Prognose über die Bevölkerungsentwicklung vor allem die daraus resultierenden Vorschläge für potentielle Entwicklungsflächen für Wohnen, Gewerbe sowie Zentrale Einrichtungen.

Die in der Anlage zu diesen Punkten als "geeignet" oder auch "bedingt geeignet" ausgewiesen Gebiete hatten bereits bei der Präsentation im Hochdahler Bürgerhaus in der Bürgerschaft viele Gegner auf den Plan gerufen. Deutlich hatten sie ihren Unmut gegen alle Pläne geäußert, weitere Flächen im Stadtgebiet zu versiegeln. Viele von ihnen waren in den großen Sitzungssaal gekommen, um erneut ihre Bedenken und Forderungen an die Politiker zu artikulieren.

Info

Innenstadt bebauen

Einigkeit herrschte darüber, dass brachliegende Flächen in der Innenstadt durch aktives Leerstandsmanagement, Abriss und Neubau auf bestehenden Flächen der Vorzug vor der Ausweisung neuer Flächen zu geben sei.

Einige Unterfeldhauser stellten klar, dass ihnen die Entwicklung der ganzen Stadt am Herzen liege. "Wir legen Wert darauf, dass wir uns überparteilich engagieren", sagte Reinhard Parthe.

Von Bürger-Beteiligung profitieren

Dazu erhielten sie ausführlich Gelegenheit. "Ich finde es beschämend, in welcher Weise Sie sich untereinander angehen", brachte Elmar Stertenbrinck, Landwirt und Fuhrunternehmer aus Alt-Erkrath, am Ende seines Plädoyers beim Flächenverbrauch "Maß im Sinne der nachfolgenden Generationen zu halten" sein Befremden um den Ton während der vorausgegangenen Debatte auf den Punkt. Allen Politikern gab er zu bedenken: "Wir sind hier an einem Punkt der Demokratie, der Spaß machen sollte. Der Ball liegt bei Ihnen, etwas aus der Beteiligung der Bürger zu machen."

Zu diesem Entschluss schienen am Ende auch die Ausschussmitglieder gelangt zu sein. Einstimmig – eine Seltenheit bei der Verteilung im Rat – wurde dem von CDU, SPD, BmU und FDP in der Sitzungspause formulierten Antrag stattgegeben. Danach wird es keinen Beschluss über die umstrittene Vorlage geben.

Stattdessen soll bei einem zweiten – zügig anzusetzenden – Bürgerforum erneut über "Leitbild, Leitziel, Entwicklungsmodell" für das zu erstellende Stadtentwicklungskonzept diskutiert werden. Bei zahlreichen der Anwohnern aus Unterfeldhaus sorgte das für Erleichterung. "Es war kurz vor knapp", sagte Gabriele Noack. "Wenn ich bedenke, dass das Bürgerforum vergangene Woche ursprünglich gar nicht hätte stattfinden sollen, wäre heute möglicherweise ein Beschluss über alle diese bisherigen Grünflächen gefallen."

Sie mochte sich nicht ausmalen, was mit den wertvollen Freiflächen hätte geschehen können. Wie andere Anwesende auch erwarte sie von Politik, Verwaltung und Plan Lokal mehr Ideen als allein Flächenversiegelung, um Erkrath für junge Familien attraktiver zu machen.

Quelle: RP


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