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Erkrath: Bürger wollen Felder behalten

VON SUSANN KRÜLL - zuletzt aktualisiert: 03.02.2012

Erkrath (RP). Die Befürchtungen überwiegen: Auffällig viele Menschen aus Hochdahl machen ihrem Unmut über das Erkrather Stadtentwicklungs-Konzept Luft. Sie fordern, noch keinen Beschluss über potentielle Neubauflächen zu fassen.

Viele Zuhörer: 250 Erkrather diskutieren im Bürgerhaus Hochdahl über das Stadtentwicklungs-Konzept. Die meisten von ihnen wollen vor allem, dass auf Feldern keine Wohngebiete entstehen.  Foto:  michael nacke/privat
Viele Zuhörer: 250 Erkrather diskutieren im Bürgerhaus Hochdahl über das Stadtentwicklungs-Konzept. Die meisten von ihnen wollen vor allem, dass auf Feldern keine Wohngebiete entstehen. Foto: michael nacke/privat

"Die Verwaltung ist an uns herangetreten, diese Veranstaltung durchzuführen, um die zahlreichen Gerüchte, die in Bezug auf angeblich bereits beschlossene Flächennutzungen im Umlauf sind, richtigzustellen." Das war die Antwort von Tanja Tenhofen, bei plan lokal für das Erkrather Stadtentwicklungs-Konzept zuständige Diplomingenieurin für Raumplanung, auf die Frage, warum im Bürgerhaus Hochdahl zusätzlich zu den Stadtteilwerkstätten und Workshops mit einzelnen Bevölkerungsgruppen eine weitere Veranstaltung mit Bürgerbeteiligung stattfand. Wie groß die Befürchtung, dass gegen den Willen "der Bevölkerung" eine Ausweisung weiterer (Grün-)Flächen zu Bauland stattfinden könnte, zeigten die voll besetzten Reihen.

Info

Plan im Internet

Auf der Website www.zukunft-erkrath.de können sich Interessierte die 111 Seiten umfassende Präsentation zur Veranstaltung herunterladen.

Darin sind die Leitbilder und Leitziele nachzulesen, die in den Stadtteil-Werkstätten mit den Bürgern erarbeitet worden und von ihnen nach Wichtigkeit bepunktet wurden. Diese gehen weit über die Reduktion des Stadtentwicklungs- auf ein Flächennutzungs-Konzept hinaus.

"Ich habe das Gefühl, auf einer Veranstaltung für Unterfeldhaus zu sein," fasste Pfarrer Müller von der Evangelischen Kirchengemeinde Hochdahl zusammen, welcher Eindruck nicht nur bei ihm im Verlauf des Abends entstanden war. Auffällig viele Bürger aus dem kleinsten Stadtteil waren unter den 250 Teilnehmern. Sie rückten mit zahlreichen Fragen und Befürchtungen den Stadtteil stark in den Fokus.

"Es ist kein Bebauungsplan"

"Es ist vollkommen legitim, wenn Sie Ihre Ängste äußern, vor Ihren Fenstern könnte neues Bau- oder Gewerbegebiete entstehen," versuchte Thomas Scholle, Geschäftsführer von plan lokal, die aufgeheizte Stimmung im Saal zu beruhigen. "Aber ein Stadtentwicklungs-Konzept ist kein Bebauungsplan. Wir haben nach unseren Ortsbegehungen und intensiven Gesprächen mit Politik, Verwaltung und sachkundigen Bürgern die 36 potentiellen Flächen im gesamten Stadtgebiet aufgestellt, die uns geeignet oder auch bedingt geeignet erscheinen, um dort neue Häuser, Wohnungen und auch Gewerbe zu schaffen."

Mit der Argumentation, man müsse doch erst einmal eine gemeinsame Faktenbasis schaffen, um diskutieren zu können, in welche Richtung Erkrath sich in den kommenden 20 Jahren überhaupt entwickeln solle, fanden seine Kollegin und er allerdings wenig Gehör. Eindeutig überwogen die Befürchtungen. So überreichte Reinhard Parthe, einer der Sprecher der Unterfeldhauser Bürger, 65 Fragen an Bürgermeister Arno Werner und Fabian Schmidt, Technischer Beigeordneter, mit der Aufforderung: "Wir möchten an Sie appellieren, in der Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschuss am 14. Februar noch keinen Beschluss über die Vorlage zu fassen, die potentielle Neubauflächen aufführt."

Zwar stünde in der Vorlage das, "was der Technische Beigeordnete und ich wollen", lautete Bürgermeister Werners Entgegnung: "Ich bin aber kein Alleinherrscher. In den Ausschüssen und im Rat wird über Vorlagen entschieden." Da er den Eindruck gewonnen habe, dass sich viele Bürger nicht ausreichend informiert fühlten, werde er dem Ausschuss empfehlen, die Beschlussvorlage zunächst zurückzustellen.

www.rp-online.de/mettmann

Quelle: RP


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