Erkrath: Bürger zu Seniorenberatern ausbilden
VON VOLKER SLIEPEN - zuletzt aktualisiert: 31.03.2007Düsseldorf (RPO). Jeder fünfte Einwohner in Deutschland ist über 60 Jahre. In den nächsten Jahren und Jahrzehnten wird sich die demografische Entwicklung weiter zuspitzen: „Immer mehr Senioren verspüren ein steigendes Sicherheitsbedürfnis“, sagte Polizeikommissar Stefan Irsen als Gast der öffentlichen Sitzung des Seniorenrates der Stadt Erkrath im Hochdahlhaus.
Bündnis mit der Polizei
Polizeikommissar Stefan Irsen, Beauftragter für Seniorenfragen in Erkrath, stellte in einem Referat das Aktionsbündnis Seniorensicherheit vor: Durch eine verstärkte Vernetzung zwischen Polizei und Senioren soll ein wirksamer, präventiver Schutz gegen Betrüger aufgebaut werden. Die Devise lautet: weniger Verbrechen durch Informationsvorsprung. Rein statistisch gesehen ist der prozentuale Anteil von Senioren, die an Verbrechen und Verkehrsunfällen beteiligt sind, geringer als in den übrigen Altersschichten. Dennoch herrsche bei Senioren eine weit verbreitete Furcht vor, Opfer eines Verbrechens oder Unfalls zu werden. Nicht selten ende diese Angst in einer vollständigen Isolation, dem Abbruch der sozialen Kontakte. Polizeikommissar Stefan Irsen erläuterte: „Ältere Mitbürger sind beliebte Opfer. Sie sind hilfsbereit, gutgläubig und durch ihre körperliche Verfassung oftmals beeinträchtigt.“
Die Vorgehensweise der Täter sei stets gleich: Durch beliebige Vorwände versuchen sie, sich Zugang zu den Wohnungen von Senioren zu verschaffen. Dabei setzen sie auf die Hilfsbereitschaft von älteren Mitmenschen. Ob dringend benötigtes Wechselgeld, Vorgaukeln eines Handwerkers oder des Enkels, der sich nach Jahren telefonisch meldet – dem Einfallsreichtum der Betrüger ist praktisch keine Grenze gesetzt.
Das Aktionsbündnis Seniorensicherheit soll Senioren gezielt auf Gefahren und Handlungsmöglichkeiten hinweisen. Künftig werden – in Zusammenarbeit mit der Polizei Erkrath – Bürger ausgebildet, um Beratungsgespräche mit Senioren zu führen und diese im Umgang mit Fremden zu sensibilisieren. Das hilfreichste Mittel zur Verhinderung von Straftaten ist nach wie vor ein gesunder Zweifel und Menschenverstand. Polizeikommissar Irsen empfiehlt: „Sich erkundigen und nachfragen, telefonisch oder per Ausweiskontrolle – Senioren können hilfsbereit sein, ohne sich ausnutzen zu lassen.“
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