Erkrath: Bürgerbus kommt an
VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 09.09.2011Erkrath (RP). Der Freiwilligenbus in Erkrath wird vor allem von älteren Bürgern gerne genutzt. Ein Jahr nach der Gründung ist der achtsitzige Wagen nahezu ausgelastet. Der Verein sucht weitere Fahrer.
Nach zehnjährigen Geburtswehen entwickelt sich der Bürgerbus zum Erfolgsmodell. Diese Bilanz legte der Vorstand des Vereins Donnerstag zum einjährigen Bestehen vor. Zählte der Bus beim Start im September 2010 zunächst 775 Fahrgäste, so waren es im August 2011 stattliche 1853. Damit ist der achtsitzige Bus fast ausgelastet. Teilweise fährt der Wagen Schleifen zweifach, um wartende Fahrgäste mitnehmen zu können, berichtet Vorstandssprecher Dieter Becker.
Die Gründungsprobleme des Bürgerbusses lagen in der Hauptsache in der Finanzierung, erinnerte Becker gestern. Die damalige schwarz-gelbe Ratsmehrheit wollte kein Geld für den Betrieb bereitstellen. Die Haltung im Rathaus änderte sich erst, als SPD, Grüne und BmU die Mehrheit im Stadtrat stellten. Die Stadt sicherte in der Folge zu, jährlich ein Defizit von bis zu 10 000 Euro zu tragen.
Statistik
Der Bürgerbus fährt seit September 2010.
Start und Ziel der vier Teilrouten zwischen Bahnhof Erkrath Nord, Morper Allee, Schinkelstraße und Kalkumer Feld ist der Bouleplatz an der Gerberstraße.
Im ersten Monat des Betriebs wurden 775 Fahrgäste befördert auf 244 Touren.
August 2011 waren es 1853 Fahrgäste auf 246 Runden.
Kein Zuschuss der Stadt nötig
In diesem Jahr kann der Kämmerer sein Geld behalten, wenn der Betrieb so weiter läuft wie bisher und nichts Unvorhergesehenes geschieht. Musste die Stadt im ersten Jahr ein Defizit von 1700 Euro tragen, so arbeitet der Verein in diesem Jahr kostendeckend, so Vorstandsmitglied Jens Reuker. Möglich ist dies vor allem, weil die 18 Fahrer, unter ihnen zwei Frauen, den Job ehrenamtlich verrichten.
Sie erhalten kein Gehalt und keine Aufwandsentschädigung. Der Verein kommt nur für die Kosten von Fahrprüfungen und jährlichen ärztlichen Untersuchungungen auf. Zum Kauf des Busses gab das Land einen Zuschuss von 32 000 Euro. Die fehlenden 23 000 Euro streckte die Rheinbahn vor. Der Verein muss den Kredit binnen fünf Jahren plus Zinsen abbezahlen.
Die Fahrer wechseln sich montags bis freitags in drei Schichten ab von morgens 8.25 bis 18.15 Uhr. Samstags gibt es nur eine Schicht von 8.25 bis 13.15 Uhr. Obwohl für diese insgesamt 16 Schichten 18 Fahrer bei der monatlichen Besprechung eingeteilt werden, ist die Personaldecke knapp und weitere Freiwillige werden gesucht. Denn für Urlaube, Krankheit und Bereitschaftsdienst gibt es so gut wie keine Reserve. Von den über 30 Interessenten, die sich noch vor Betriebsaufnahme gemeldet hatten, scheiterten fünf an der Gesundheitsprüfung, andere hatten während der schwierigen Gründungsphase ihre Begeisterung für das Projekt verloren.
Kontakt Jürgen Hampel (Tel. 02104 40069), Winfried Hoffmann (Tel. 0211 246290), Email:info@buergerbusverein-erkrath.de www.buergerbusverein-erkrath.de www.rp-online.de/mettmann
Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum