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Erkrath: Bürgerbus startet im Juni

VON JÜRGEN FISCHER - zuletzt aktualisiert: 04.11.2009 - 18:45

Düsseldorf (RPO). Zehnmal täglich soll der Bus vom Bahnhof Erkrath Nord montags bis freitags auf seine zehn Kilometer lange Strecke gehen, viermal samstags. Pro Tour werden bis zu 30 Haltestellen angefahren. Fahrpreis: Erwachsene 1,50 Euro, Kinder von sechs bis 14 Jahren 1 Euro, Behinderte frei.

Suchen noch ehrenamtliche Fahrer für den Bürgerbus in Alt-Erkrath (v.l.): Dieter Becker, Jürgen Hampel, Wolfgang Peylo, und Winfried Hoffmann.   Foto: RPO
Suchen noch ehrenamtliche Fahrer für den Bürgerbus in Alt-Erkrath (v.l.): Dieter Becker, Jürgen Hampel, Wolfgang Peylo, und Winfried Hoffmann. Foto: RPO

Nach langen und zähen Verhandlungen mit der Rheinbahn ist der Bürgerbus Erkrath in greifbare Nähe gerückt. Zum Fahrplanwechsel am 13. Juni 2010 soll der Bus den Betrieb aufnehmen.

Bis es soweit ist, wünscht sich der Verein noch weitere Fahrer, die ehrenamtlich tätig werden wollen. 21 Männer und Frauen hatten bislang ihre Bereitschaft erklärt, einige sind aber bereits wieder abgesprungen, zwei fahren inzwischen für den Bürgerbusverein Wuppertal.

Verbund-Tickets gelten nicht

Der Fahrpreis soll pauschal 1,50 Euro betragen. Kinder von sechs bis 14 Jahren zahlen einen Euro, Schwerbehinderte mit Ausweis fahren frei. Da der Verein weder zum Verkehrsverbund Rhein-Ruhr noch zum Verkehrsverbund Rhein-Sieg gehört, gelten die Fahrausweise der Verbünde nicht.

Info

Fahrer gesucht

Der Bürgerbusverein sucht weitere Männer und Frauen, die ehrenamtlich fahren wollen. Erforderlich ist der Führerschein der Klasse 3 (neu: B).

Ein Personenbeförderungsschein ist nicht erforderlich.

Für ein erforderliches ärztliches Attest kommt der Verein auf.

Kontakt: 02104 776792

www.buergerbusverein-erkrath.de

Es gibt auch keine Monats- oder Mehrfachkarten. Vereinsvorsitzender Jürgen Hampel begründet die Entscheidung für dieses einfache Tarifmodell mit der ehrenamtlichen Tätigkeit der Fahrer. Sie sollen möglichst wenig belastet werden und ihre Arbeit ohne aufwendige Schulung ausüben können. Auch Kartenzahlung wird nicht möglich sein. "Wir kassieren cash", sagt Hampel.

Die Fahrten beginnen alle an der Südseite des Bahnhofes Erkrath Nord, vorbei am Rathaus und über die Bahnstraße bis zum Rathelbecker Weg und in einer zweiten Schleife über die Hochdahler Straße bis zum Kalkumer Feld und zurück zum Bahnhof Erkrath Nord.

Die Strecke ist gut zehn Kilometer lang. Dabei werden etwa 30 Haltestellen angefahren, zum Teil werden die der Rheinbahn genutzt. Montags bis freitags fährt der Bus täglich zehn Mal, samstags vier Mal. In seiner Kalkulation geht der Verein für die erste Zeit von drei Fahrgästen pro Kurs aus, also von 30 Fahrgästen täglich.

Der 26 Mitglieder zählende Verein organisiert den Einsatz der Fahrer und stellt Fahrpläne auf. Vor Beginn des Betriebs soll der Bürgerbus mit Faltblättern beworben werden, kündigte Hampel an. Die Rheinbahn kümmert sich um den Bus, den sie für 55 000 Euro kauft. Das Land gibt einen Zuschuss von 30 000 Euro, 25 000 Euro steuert die Rheinbahn zu. Die Kapitalkosten werden dem Verein angelastet.

Einnahmen für Tickets und Werbung kassiert der Verein, der die Mittel an die Rheinbahn weiterleitet, ebenso wie Rechnungen für Kraftstoff und andere Kosten. Die Rheinbahn erstellt eine Gesamtkosten- und Einnahmerechnung. Im ersten Jahr rechnet der Verein mit einem Defizit von etwa 10 000 Euro. Dieses wird die Stadt Erkrath tragen.

So ist es in einer sogenannten Patronatserklärung vorgesehen, die der Stadtrat am 1. September verabschiedet hat. Der Bürgerbus ist gedacht für ältere Erkrather, aber mitfahren darf natürlich auch jeder andere, erklärt der Vorstand. Bei der Suche nach weiteren Fahrern machen dem Verein die Erfahrungen anderer Bürgerbusvereine Mut, von denen es in NRW mittlerweile 80 gibt.

Bei einer Fahrerversammlung in Velbert hatten sich rund 80 Männer und Frauen getroffen, die sich um ihren Einsatz bei der Verteilung der Fahrten förmlich rissen, erzählt Hampel begeistert.

Quelle: RP

 
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