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Mettmann: Bürgerforum: Fast autofreie City

VON UWE REIMANN - zuletzt aktualisiert: 30.07.2012

Mettmann (RP). Das neue Entwicklungskonzept der Stadt will wenig Verkehr, mehr Laufwege mit mehr Geschäften in der Innenstadt. Das Bürgerforum verlangt eine radikale Verkehrsberuhigung, plädiert für mehr Grün und eine Brücke.

Zur besseren Ansicht klicken Sie bitte auf die Grafik.  Foto: RP
Zur besseren Ansicht klicken Sie bitte auf die Grafik. Foto: RP

Die Stadt Mettmann wird im nächsten Jahrzehnt ihr innerstädtisches Aussehen deutlich verändern. Die City soll in fünf, spätestens in zehn Jahren nur noch einen Bruchteil des Verkehrs ertragen als derzeit. Mehr Fußgängerzone, mehr gemeinsam von Fußgängern, Auto- und Radfahrern genutzte Straßen, außerdem sollen miteinander verwobene Geschäftszeilen von der Poststraße bis in die Oberstadt, vom neuen Einzelhandelszentrum Königshof-Galerie über Kö-Karree bis zur Schwarzbachstraße entstehen. Der Druck jedenfalls ist da, dass Mettmann aus seiner "jahrzehntelangen Apathie" herauskommt, sagt Peter Feyen. Der Vorsitzende des Mettmanner Bürgerforums weiß um den Einfluss seines Vereins, seit auch das von der Stadt in Auftrag gegebene "Integrierte Entwicklungs- und Handlungskonzept Innenstadt" in einer Ist-Analyse deutliche Veränderungen anmahnt. Das macht Druck mit schonungsloser Kritik an den Mängeln in der Innenstadt.

Überforderte Mitte

Der wichtigste Hemmschuh für eine Innenstadt-Entwicklung ist laut Freyen das durch Autos und Lkw völlig überforderte Herz Mettmanns um den Jubiläumsplatz. Das Bürgerforum möchte deshalb eine grundsätzliche Kehrtwende zum Prinzip des so genannten Shared-Space". Das heißt: Verkehrsberuhigung auf vielen Innenstadtstraßen durch Gleichberechtigung von Auto, Fußgänger und Rad. Alle nutzen alles, es gibt keine Verkehrsschilder, Ampeln, Inseln, Barrieren und Poller mehr. "Wir haben das in der niedersächsischen Stadt Bohmte gesehen. Es klappt", sagt Feyen.

Das Architekturbüro Junker und Kruse, das die Ist-Analyse des Entwicklungs- und Handlungskonzepts erarbeitet habt, sieht das ähnlich. So wie Feyen beispielsweise die Johannes-Flintrop-Straße oder auch die Breitestraße zu verkehrsberuhigten Zonen umwandeln will (siehe Grafik), plädieren die Dortmunder Planer sogar für mehr Fußgängerzonen. Angrenzend an den Jubiläumsplatz sollen Teile der Schwarzbachstraße zur Fußgängerzone mutieren. Bisher müssen die Verkehrsachsen in der City täglich etwa 20 000 Autos verkraften, heißt es in der Studie. Dies soll auf 1000 begrenzt werden, sagt Feyen.

Branchenmix

Mit der verkehrsberuhigten Achse zur neuen Königshof-Galerie hin plus Poststraße würde das geschaffen, was die Studie deutlich bemängelt: mehr und zusammenhängende Flanier- und Einkaufsstraßen, die von einem neuen, deutlich erweiterten Branchen-Mix belebt werden sollen. Die Innenstadt wäre in Teilen autofrei, ansonsten stark verkehrsberuhigt. "Es muss sich endlich was tun", sagt Feyen. 40 Jahre lang habe man die Entwicklung verschlafen.

Und vor allem habe sich immer nur punktuell etwas verändert. "Wir brauchen ein klares Konzept, nachdem wir unsere gesamte Stadtplanung ausrichten", sagt Feyen – und weiß bedeutende Kräfte in der Stadt hinter sich, die der Stadtführung seit Jahren Perspektivlosigkeit vorwerfen. Dieses eine Konzept soll bis Dezember fertig sein, wenn es nach der Stadt geht. Neben den städtischen Bürgerversammlungen und Diskussionen will das Bürgerforum dann auch die Ergebnisse seiner eigenen Bürgerbefragungen einbringen. Künftige Projekte sollen sich eng an diese Rahmenpläne halten.

 

Quelle: RP/ila


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