Erkrath: CDU gegen neue Gesamtschule
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 21.11.2008Düsseldorf (RPO). Die Pläne der Grünen, in Erkrath eine Gesamtschule zu errichten, stoßen bei der CDU auf taube Ohren.
Das Gymnasium Neandertal umzuwandeln komme gar nicht in Frage. Bisheriges Schulsystem habe sich bewährt.Eine neue Gesamtschule in der Mitte des Kreises fordern die Grünen und haben sich als Standort ausgerechnet Erkrath ausgeguckt. Im Kreis Mettmann müssten an den vorhandenen Gesamtschulen in Monheim, Langenfeld, Ratingen, Velbert und Heiligenhaus jährlich „Hunderte Schüler“ aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden. Die CDU-Mehrheitsfraktion im Erkrather Stadtrat lehnt eine neue Gesamtschule in Erkrath strikt ab. Man sei schon sehr gespannt auf die Schulerschließungspläne, die die Grünen nun vorlegen müssten, betont Marc Hildebrand, Sprecher der CDU. Schon vor Jahren habe der Grüne Peter Knitsch das Gymnasium Neandertal zu Gunsten einer Gesamtschule dicht machen wollen. Hildebrand ist gespannt, wie Knitsch dieses Mal den fast 800 Schülern, deren Eltern und dem Kollegium erklären möchte, das die Schule so nicht weiter bestehen sollte.
Mindestes 112 Schüler
Eberhart Kwiatkowski, Vorsitzender der Landeselternkonferenz NRW, sieht großen Bedarf für eine neue Gesamtschule im Kreis. Kreisweit seien hunderte von Schülern abgelehnt worden.
Um eine Gesamtschule zu gründen, sind mindestens 112 Anmeldungen für ein vierzügiges fünftes Schuljahr nötig. Ein Drittel braucht eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums, der Rest muss sich gleichmäßig zwischen Real- und Hauptschule aufteilen.
„Ideologischer Irrweg“
„Es gibt keine Notwendigkeit in Erkrath eine Gesamtschule einzurichten“, sagt Hildebrand. Die Grünen befänden sich auf einem „ideologischen Irrweg, wenn sie flächendeckend Zwangseinheitsschulen einführen wollen“. Die Menschen in Erkrath bräuchten nach Ansicht der CDU keine „bildungspolitischen Experimente mit ihren Kindern“. In Erkrath würden Schulen benötigt, die Jungen und Mädchen individuell fördern. Die Ergebnisse die Pisa-Studie hätten gezeigt, dass die Schüler in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern ihre Leistungen in den vergangenen Jahren verbessert haben. Die Spitzenpositionen innerhalb des Pisa-Rankings würden die unionsgeführten Bundesländer Sachsen. Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen einnehmen. In diesen Ländern gelte ganz klar das dreigliedrige Schulsystem mit Haupt-/Realschule und Gymnasium. Die individuelle Differenzierung nach Leistung biete Schülern die besten Möglichkeiten.
Jetzt schon Ganztagsbetrieb
In Erkrath bieten jetzt schon beide Hauptschulen Ganztagsbetrieb an, so Hildebrand. Förderung und Betreuung der Jungen und Mädchen auch am Nachmittag sei gewährleistet. Zumindest in der Antragsphase ist der Ganztagsbetrieb an beiden Gymnasien und der Realschule in Hochdahl. Die Erkrather Schullandschaft sei im Wandel und setze das um, was durch die Pisa-Studie gefordert wird. Eine neue Gesamtschule passe dort überhaupt nicht hinein.
Eine neue Gesamtschule in Erkrath würde sicher Schüler auch aus dem umliegenden Städten anziehen, argumentieren die Grünen. Schon jetzt pendeln Mettmanner Kinder zur Gesamtschule nach Heiligenhaus. Gesamtschulen leisteten entgegen weit verbreiteter Vorurteile gute Bildungsarbeit. Es sei nicht gerecht, für ein gerade mal zehnjähriges Kind die richtige Schulform zu bestimmen. So gingen Zukunftschancen verloren.
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