Erkrath: Dem Mörder auf der Spur
VON R. MAIROSE-GUNDERMANN - zuletzt aktualisiert: 22.05.2007Düsseldorf (RPO). Bei den Unterbacher Kulturtagen war diesmal der Spürsinn von Krimi-Lesern und Hobby-Detektiven sehr gefragt.
Hilfestellung bei der Verbrecherjagd gab an elf Kunstpunkten die Künstlergruppe „Unart“.Im Park von Haus Unterbach wurde am 8. Mai ein Mann ermordet. „Wir hatten Schwierigkeiten, das Fest durchzuführen, weil die Polizei das Gelände abgesperrt hat“, sagte augenzwinkernd Leo Icks, der Vorsitzende des Initiativkreises Unterbacher Kulturtage. Laut Polizei könne das Fest stattfinden. Doch alle müssten helfen, sie bei der Tätersuche zu unterstützen. Unter dem Motto „Schreie im Park. Unterbach sucht einen Mörder“ fanden im Park die 13. Unterbacher Kulturtage statt. Novum in der Geschichte: Alle Gäste waren aufgefordert, Verstand und Phantasie einzusetzen und mitzuwirken.
Zwölf Teams ausgeschwärmt
Was gab’s noch?
Künstler des Initiativkreises initiierten für Kinder am Sonntag eine Schnitzeljagd durch den Park von Haus Unterbach.
Mit Märchenraten, Steine finden, Rechenaufgaben und Schatzsuche fand sie in der von Gespenstern bewachten Grotte statt.
Das Künstler-Café wurde eingerichtet von der Gruppe „Unart“ mit Live-Musik der Tuxedo Jazz Band.
„Ich darf Sie bitten, das Gelände während der Veranstaltung nicht zu verlassen“, mahnte „Hauptkommissar“ Klaus Siepmann, der mit seinem Kunst-Service sonst im Düsseldorfer Medienhafen auf Mördersuche geht. Wer ist der Hauptverdächtige ? Was ist das Tatmotiv ? Ausgestattet mit Fragebogen und Daten über den ermordeten Unterbacher Konstantin von Dalwigk machten sich 20 Teams à zehn bis zwölf Hobby-Detektive auf Spurensuche – gut zwei Stunden, quer durch das weitläufige, hügelige Gelände. Da strichen schon mal Leute die Segel, denen die Mitmachaktion nicht so zusagte.
An elf Punkten standen Künstler der Gruppe „Unart“ des Initiativkreises mit Exponaten, vor allem aber, um Fragen aus dem Publikum zu beantworten. Immerhin gehörte der Ermordete einige Zeit zu der Gruppe und hatte sich da nicht nur Freunde gemacht. Bernhard Ost sah dem Foto des Ermordeten verdächtig ähnlich. Britta Neumärker und Sieglinde Teufert-Kruczek hatten die Leiche vom Mauererker aus im Graben entdeckt.
Wer aber ist die blonde Frau, die Teufert-Kruczek in einer Tanzszene mit dem Opfer gemalt hatte? Ulla Köchling und Wolfgang Grimm hatten sich Gedanken zu einem alten Grabkreuz und den Ahnen des Ermordeten gemacht. Als künstlerischen Beitrag gestalteten sie ein Grab mit weißen Steinen, beschriftet mit Worten, die man vorwärts und rückwärts lesen kann. Am See, neben Mariele Koschmieder und Sabine Clemens, wurde ein Beil gefunden. Die Tatwaffe? Die Kommissarin gab an, noch keine festen Erkenntnisse zu haben. „Hat der Standort mit der Tat zu tun?“ Christine Enderlein von der Gruppe 1, „Soko 111“, stellte eine sehr wichtige Frage. Die am Ende siegreiche Soko 111 zeichnete sich durch herausragende Zielstrebigkeit aus. Bettina Hermanowski aus Düsseldorf („leidenschaftliche Krimi-Leserin“) nahm das Heft in die Hand. Die jüngste Teilnehmerin Alexandra (7) zeigte sich besonders pfiffig. Nach Auswertung aller Indizien und Motive stimmte die Gruppe mehrheitlich über den Fotografen Frank Schwöbel als (tatsächlichen) Täter ab. Jutta und Thomas Wilbertz rahmten die Veranstaltung mit herrlich schwarzen Liedern ein. Lothar Schuster sorgte für ein Farbenspiel am Unterbacher Nachthimmel. Und wie war die Resonanz? Für alle, die Abwechslung lieben, ein schönes Angebot. Das gestandene Unterbacher Publikum fand das Durchstreifen des Parks bei eher gewöhnungsbedürftig.
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