Wülfrath: Den Mittelstand fördern
zuletzt aktualisiert: 24.08.2009Düsseldorf (RPO). Welche Aufgabe wollen Sie unmittelbar nach der Wahl als vordringlich anpacken?
Hoffmann Die Aufgaben wie Konsolidierung des Haushaltes, Stadtentwicklungsprogramm oder Wirtschaftsförderung (neue Arbeitsplätze) sind die wichtigsten Aufgabenfelder der Verwaltung und damit auch des Bürgermeisters in naher Zukunft. Unmittelbar nach der Wahl sehe ich meine Aufgabe darin: zuhören, hingucken, reden, informieren, verstehen, verbinden, vernetzen, aufgreifen, Vertrauen schaffen.
Die Bevölkerung der Stadt altert und schrumpft. Wie muss sich die Stadt darauf einstellen?
Hoffmann Ich sehe vor allem folgende Handlungsfelder: Neuorientierung bei der Gewährleistung der öffentlichen Daseinsvorsorge; Strategien der Mehrfachnutzung öffentlicher Einrichtungen; Umbau im Altbaubestand und nur unter Folgekostenabwägung Erschließung neuer Baugebiete; lebendige Innenstadt; Vernetzung von Jugendhilfe und Schulen; Info-Stelle und -broschüre über kinder- und familiennahe Dienstleistungen; Integrationsangebote für ausländische Kinder und Familien. Kommunale Seniorenpolitik ist eine Querschnittsaufgabe aller kommunalen Politikfelder.
Werdegang
Manfred Hoffmann, geboren 1948 in Wülfrath, verheiratet, zwei Kinder, drei Enkel.
Beruflicher Werdegang: Lehre bei der Farben- und Lackfirma Herberts, Ingenieurstudium an der FH Krefeld und anschließend für drei Jahre zurück nach Herbertz.
Lehrerstudium in Wuppertal, seit 1980 Lehrer am Berufskolleg Mettmann und Lehrbeauftragter für Gestaltungstechnik der Uni Essen.
Auf welchen Führungsstil müssen sich die Rathaus-Mitarbeiter einstellen, wenn Sie Bürgermeister werden?
Hoffmann Mein Führungsverständnis und meine Führungserfahrung sind geprägt durch: Wertschätzung der Mitarbeiter, positive Erwartungshaltung, Offenheit und Gerechtigkeit. Dabei haben folgende Führungsprinzipien meine bisherigen Erfahrungen bestimmt: Beachtung der psychischen Grundbedürfnisse, Ausgewogenheit von Lenkung und Freiheit, sachgerechte Forderungen stellen und klare Zielvorstellungen formulieren.
Was wollen Sie tun, um Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern?
Hoffmann Arbeitsplätze sichern und Arbeitsplätze schaffen liegt in unternehmerischer Verantwortung. Die kommunale Begleitung geschieht durch einen attraktiven Standort und eine Verwaltung, die die Bedürfnisse der ortsansässigen Unternehmen kennt. Durch Erschließung zur Verfügung stehender Gewerbe- und Industrieflächen und durch Leerstandsmanagement ist der Wandel hin zu einem ausgewogenen Branchenmix zu vollziehen. Der industrielle Sektor wird sich zu Gunsten neuer Technologien verschieben. Ich will keine "Flächenfresser". Ich will eine breite Palette mittelständischer Betriebe, die viele Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze anbieten. Die Wirtschaftsförderung übernimmt Vermittlungsfunktion zwischen Unternehmen und Verwaltung. Es ist wichtig, Verantwortungsgemeinschaften mit Unternehmen, Betriebsräten, Vereinen, Kirchen und Individuen zu bilden. Deshalb ist mir der Gedanke einer kreisweiten Wirtschaftsförderung nicht fern.
Halten sie interkommunale Zusammenarbeit für notwendig und auf welchen Feldern wollen Sie den Kontakt mit Nachbarstädten suchen?
Hoffmann Ich kann mir Bereiche vorstellen, wo die städteübergreifende Zusammenarbeit nicht nur Kosten einspart, sondern auch einen größeren Mehrwert generiert. Viele kommunale Probleme sind heute Regionalprobleme. Jede Stadt sucht nach einem kulturtouristischen Konzept. Hier muss stärker zusammengearbeitet werden. Auch in Bauverwaltungen. Die Baugesetze sind Landesgesetze und in allen Städten gesetzesgleich anzuwenden. Das kann man gemeinsam.
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