Mettmann: Denkmalschutz hat Vorrang
VON OLIVER WIEGAND - zuletzt aktualisiert: 06.10.2007Düsseldorf (RPO). Der Architekt Dirk Fischer hat das Fachwerkhaus an der Mittelstraße 6 gekauft und saniert das Gebäude.
Anfang 2008 werden vier Wohnungen zu vermieten sein. Konzerte im Eichen-Treppenhaus geplant.Wenn der Dirk Fischer über sein Haus an der Mittelstraße 6 spricht, gerät der gebürtige Wiesbadener geradezu ins Schwärmen. „Es ist das einzige Fachwerkhaus im ganzen Kreis Mettmann, das noch so einen herrlichen barocken Giebel hat“, sagt der Architekt. Gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Katrin Horsten hat der 39-jährige das historische Fachwerkhaus im Herzen der Mettmanner Innenstadt vergangenes Jahr von der Familie Schwab gekauft.
Monatelang hat Fischer Pläne geschmiedet und ist immer wieder mit Denkmalschützern durch das Haus gegangen, das im Jahr 1646 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nun sind die Handwerker im Haus und arbeiten auf den zwei Etagen plus Dachgeschoss an insgesamt vier Wohnungen. Die zukünftigen Mieter erwartet im Erdgeschoss eine Besonderheit. Unter den großen Kamin, wo früher einmal ein Kachelofen stand, könnte man sich ein Bett hinstellen. Entsprechend beleuchtet hätte man eine herrliche Aussicht. „In der oberen Etage entstehen zwei Maisonette-Wohnungen mit Zugang zum Dachgeschoss“, erklärt Fischer. Da sich die zukünftigen Mieter quasi „selbst auf dem Kopf herumtrampeln“ sind die Auflagen an den Schallschutz nicht so hoch. Die Treppe lässt sich genau zwischen den historischen Eichenbalken hochziehen, so dass dem Denkmal schutz des Hauses nichts im Wege steht.
Neue Fenster
Im Kreis Mettmann und Düsseldorf konnte Fischer bislang keinen Handwerker finden, der ihm die alten Fenster isolierverglast nachbaut, so dass dem Denkmalschutz nichts im Wege steht. Nun soll ein Unternehmen aus Lemgo den Auftrag erhalten.
Gute Zusammenarbeit mit Behörde
„Die Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden läuft hervorragend“, sagt Fischer. Die Experten haben ihm wichtige Tipps und Anregungen geliefert, was er umbauen darf und was nicht. Die alten Dielen zum Beispiel darf er abschleifen und aufarbeiten lassen. Der historischen flämische Kachelboden im herrlich großen Treppenhaus aus Eiche wird wieder auf Vordermann gebracht. Und wenn ein Sprung in der Fliese ist? „Egal, das gehört bei so einem alten Haus einfach dazu“. Für das Treppenhaus hat Fischer noch eine besondere Idee, die er von seinem früheren Wohnort Köln mitgebracht hat. Er könnte sich vorstellen, dort kleine Konzerte mit 20 bis 25 Gästen zu veranstalten.
Der Architekt hat so geplant, dass man die zwei Wohnungen in der ersten Etage später auch zu einer großen Wohnung zusammenfassen könnte. Selbst einziehen möchte Fischer mit seiner Lebensgefährtin in das Haus vorläufig nicht. „Wir wohnen in einer schönen Wohnung ganz in der Nähe und haben erst mal keinen Bedarf“, sagt Fischer, der das Haus quasi beim Spazierengehen durch Mettmann entdeckte. „Ich habe dem Verkäufer gesagt, welchen Betrag es mir wert ist. Neun Monate später habe ich dann die Zusage erhalten“. Sollte sich in Mettmann wieder so ein Objekt zur Sanierung finden, Fischer würde es noch einmal tun. „Das macht richtig viel Spaß“.
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