Erkrath: Der Bürgermeisterkandidat
VON MONIKA SPANIER - zuletzt aktualisiert: 26.11.2008Düsseldorf (RPO). analyse Die Bürger mit Umweltverantwortung entscheiden am 8. Dezember über einen eigenen Bewerber als Alternative zu Arno Werner und Detlef Ehlert. Die FDP will sich bis Ende Februar Zeit lassen.
Bernhard Osterwind, Vorsitzender der Erkrather Ratsfraktion Bürger mit Umweltverantwortung (BmU) und zugleich Vorsitzender der Wählergemeinschaft, ist empört. „Wir fühlen uns unabhängig und lassen uns nicht gefallen, dass der ein oder andere behauptet, wir würden einem Bürgermeisterkandidaten Stimmen wegnehmen.“ Die BmU werde weder Arno Werner als den vorgesehenen Bürgermeisterkandidaten der CDU unterstützten noch Detlef Ehlert, der für die SPD mit Rückenwind der Grünen als Herausforderer des amtierenden Verwaltungschefs bei der Kommunalwahl 2009 antritt.
Mit CDU ist nicht zu diskutieren
Bürgermeisterwahl
Bei der Bürgermeisterwahl 2004 erreichten Arno Werner (CDU) 48,7 %; Edeltraud van Venrooy (SPD) 30,7 %; Reinhard Knitsch (B 90/Die Grünen) 8,5 %; Bernhard Osterwind (BmU) 7,7 % und Rolf Steuber (FDP) 4,4 %.
Bei der Stichwahl entfielen auf Arno Werner 48,7 % und auf Edeltraud van Venrooy 30,7 %.
2009 gibt’s keine Stichwahl mehr
Im Rückblick auf die Erkrather Kommunalpolitik der letzten fünf bis zehn Jahre stellt Osterwind heraus, mit der CDU sei kaum zu diskutieren gewesen. „Mit der CDU kann man sich über Politik nicht unterhalten, weder strukturell noch konzeptionell.“ Daraus aber abzuleiten, die BmU sei Teil des linken Lagers, hält er für absolut verfehlt.
Am Montag, 8. Dezember, wird die BmU in ihrer Mitgliederversammlung über einen eigenen Bürgermeisterkandidaten entscheiden. Es dürfte nur eine Formsache sein, dass sich Osterwind selbst dieser aufreibenden Aufgabe stellen wird. Allenfalls ein unabhängiger Kandidat hätte die Chance gehabt, von der BmU mitgetragen zu werden. So blieb das Werben der SPD erst um Unterstützung der stellvertretenden Bürgermeisterin Edeltraud van Venrooy ebenso erfolglos wie das um Detlef Ehlert.
Die politischen Gegensätze hätten nicht ungeschickter herausgestellt werden können als durch die von den Grünen ins Spiel gebrachten Diskussion um die Gesamtschule, erklärt Osterwind. Mit Vergnügen sehe die BmU, wie sich bei Rot-Grün eine Annäherung an die Flächenpolitik der BmU mit Forderung nach einem Stadtentwicklungskonzept vollzieht. „Das ist eine Entwicklung in unsere Richtung.“ Außer in der Schulpolitik sieht der BmU-Chef in der Finanzpolitik eklatante Gegensätze. Arno Werner (CDU) und Detlef Ehlert (SPD) seien politische Kontrahenten mit völlig unterschiedlicher Denke. Osterwind: „Da fühlen wir uns optimal positioniert und als eine echte Alternative.“
Die Erkrather Liberalen haben ihre Meinungsbildung über einen eigenen Bürgermeisterkandidaten noch nicht abgeschlossen. Bis spätestens Ende Februar 2009 soll die Entscheidung stehen. „Das muss reiflich überlegt werden. Es spricht nicht viel dafür“, sagte gestern Wolfgang S. Baecker, Vorsitzender der FDP Erkrath. „Wir müssen uns klar darüber sein, dass er nicht Bürgermeister werden kann.“ Für alle Fälle stehe im Hintergrund ein Bewerber bereit. „Ich halte es nicht für gefährlich, wenn SPD und Grüne kooperieren. Es geht nur um Macht und nicht um Inhalte“, kommentiert FDP-Fraktionschefin Inge Berkenbusch die Entwicklung. Die FDP wolle die politische Landschaft beobachten und darüber nachdenken, welches „Brautgeschenk“ gefordert werden könne, falls sie ohne Kandidaten ins Rennen geht. Aus Sicht von Wolfgang S. Baecker können sich die Liberalen viel Zeit lassen. „Es gibt erst einen Bürgermeisterkandidaten und der heißt Detlef Ehlert.“
Die CDU will ihre Wahl im Dezember treffen.
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